Herzbergschüler lernten als Zisch-Reporter viel über die Familie von Dörnberg

Geheimnisse der Burg

Erkundeten trotz eisiger Temperaturen neugierig die Burg Herzberg: die Dritt- und Viertklässler der Herzbergschule. Foto: Marth

Breitenbach/H. Wir Schüler der dritten und vierten Klasse der Herzbergschule fuhren mit unseren Lehrern auf die größte Höhenburg Hessens - die Burg Herzberg. Bei kaltem Wetter trafen wir Baronin Beatrix von Dörnberg, um sie zu interviewen und von ihr eine Führung zu bekommen.

Alle Kinder waren sehr gespannt und neugierig. Und so haben wir die Baronin richtig ausgefragt. Am Anfang der Führung zeigte uns Frau von Dörnberg einen gigantischen, uralten, eisernen Schlüssel, mit dem man das riesige Haupttor der Burg aufschließen kann. Es verschlug allen die Sprache, weil keiner wusste, dass es so einen coolen Schlüssel überhaupt gibt.

Frau von Dörnberg ist übrigens überhaupt keine Gräfin, wie wir dachten, sondern eine Baronin. Sie hat uns erzählt, dass es sich ganz normal anfühlt, adelig zu sein. „Ich habe nur ein ‘von‘ dazwischen. Das lasse ich aber oft auch weg“, berichtete sie im Interview.

Wir erfuhren, dass sie erst fünfzehn Jahre alt war, als sie zum ersten Mal die Burg besuchte. Und schon da war sie ein bisschen verliebt in ihren jetzigen Mann. Außerdem erzählte sie, dass die Burg schon 770 Jahre alt ist, und dass wahnsinnig viele Menschen am Bau der Burg beteiligt waren. Sie schätzte: „Das waren dreißig allemal!“. Genau wusste sie es aber auch nicht, da es nirgends dokumentiert ist.

Klar gibt es geheime Gänge

Es hat uns natürlich auch brennend interessiert, ob es vielleicht Geheimgänge auf der Burg Herzberg gibt. Erst wollte die Baronin es nicht verraten. Dann antwortete sie aber: „Einen Geheimgang gibt es. Ich kann euch auch zeigen, wo der abgeht. Er geht von hier bis zum Hof Huhnstadt runter. Mein Mann ist da noch drin gelaufen als Kind, also so gebückt.“

Leider durften wir nicht in den Gang hinein, weil der Eingang mit einem großen Schloss verriegelt war. Früher war er aber sehr wichtig für die Menschen auf der Burg.

Frau von Dörnberg erzählte uns dazu eine ganze Menge: Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg von den Schweden angegriffen. Sie haben sich vor der Burg „eingegraben“ und wollten die Dörnbergs aushungern. Doch die Familie hatte ja ihren Geheimgang, von dem die Schweden nichts wussten. Dort trieben sie dann ihre Kühe und Schweine zur Versorgung vom Hof aus auf die Burg, sodass der Plan der Schweden nicht funktionierte.

Nach einer sehr kalten Führung mit klappernden Zähnen, eingefrorenen Händen, nicht mehr spürbaren Füßen und vielen Fragen dürften wir uns dann zum Schluss in der Burgschänke aufwärmen. Alle Kinder freuten sich, dass wir die Burg besichtigen konnten und hatten zu Hause jede Menge zu erzählen.

Von der Klasse 3 und 4 der Herzbergschule Breitenbach

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