Kurt Köhler hat auf seinen Feldern Blühflächen angelegt

Farbenfrohes Blütenmeer für Insekten und Wildtiere

Blütenpracht: Auf seinen Feldern bei Hatterode hat Landwirt Kurt Köhler (rechts) zwei Blühflächen angelegt. Die farbenfrohe Vielfalt bewundern Köhlers Frau Roswitha und Thilo Frankfurth vom Kreisbauernverband. Foto: Eisenberg

Hatterorde. Ringelblumen in leuchtendem Orange, dazu das dezente Blau von Kornblumen und Borretsch, dazwischen gelbe Färber-Hundskamille. Über allem wogen strahlend gelbe Sonnenblumen.

Die Felder von Landwirt Kurt Köhler haben sich in ein farbenprächtiges Blumenmeer verwandelt. Oberhalb seines Heimatorts Hatterode hat der 62-Jährige auf insgesamt rund zweienhalb Hektar Land zwei sogenannte Blühflächen angelegt. Die farbenprächtigen Felder sollen vor allem Wildtieren als Lebens- und Rückzugsraum dienen und das Nahrungsangebot für Insekten wie Bienen und Schwebfliegen verbessern.

Um in den Genuss von EU-Direktzahlungen zu kommen, müssen Landwirte seit dem vergangenen Jahr als Teil des „Greenings“ (englisch für Ökologisierung) mindestens fünf Prozent ihres Ackerlandes als sogenannte ökologische Vorrangflächen bewirtschaften. Blühstreifen oder -flächen sind dabei eine von vielen Möglichkeiten.

Mit nur 14 Hektar Ackerland ist Kurt Köhlers Betrieb eigentlich vom Greening befreit. Dennoch hat sich der 62-Jährige für die Blühwiesen entschieden: „Die Flächen sind steinig und schief“, erklärt er. Das erschwere die maschinelle Bewirtschaftung. Und um die Futtertröge seiner Schweine zu füllen, reiche der Ertrag seiner übrigen Felder aus, ergänzt der gelernte Metzger, der das Fleisch seiner Tiere im eigenen Hofladen vermarktet.

Für die Blühwiesen erhält der Landwirt eine finanzielle Förderung aus dem Hessischen Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege (HALM). Im Gegenzug sind sie fünf Jahre lang Wildtieren und Pflanzen vorbehalten. Denn nutzen darf Köhler den Aufwuchs nicht. Auch Pflanzenschutzmittel und Stickstoffdünger sind tabu.

Die Äcker, auf denen vorher Getreide angebaut wurde, hat Kurt Köhler zunächst gegrubbert und umgepflügt. Mit der Sämaschine wurde im Frühjahr eine spezielle Blühmischung flach eingesäht und die Erde anschließend festgewalzt. Das Saatgut, dessen Zusammensetzung vom Förderprogramm genau vorgegeben ist, besteht zu 30 Prozent aus insgesamt 31 verschiedenen Wildblumenarten und zu 70 Prozent aus 16 verschiedenen Kulturpflanzen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten blühen. Ganz ohne Pflege kommen auch die Blühwiesen nicht aus: Um unerwünschte Arten wie Disteln und Ampfer einzudämmen, haben Köhler und seine Frau Roswitha diese Pflanzen im Frühjahr von Hand ausgerissen.

Bei Sonnenschein seien die Blühflächen vom Summen der Insekten erfüllt; auch das Rehwild fühle sich hier wohl, hat Kurt Köhler beobachtet. Die besondere Anziehungskraft der Blühflächen auf Insekten soll sich zudem positiv auf die Bestäubung der benachbarten Nutzpflanzen auswirken und die Wurzeln dem Boden auch bei Starkregen Halt geben.

Ganz nebenbei bereichern die Blühflächen das Landschaftsbild. An der Blütenpracht ihrer Felder freuen sich auch Roswitha und Kurt Köhler.

Mehr zum Thema

Kommentare