Ausflüge zu Königspinguinen sind bei Antarktis-Touristen sehr beliebt - für die Tiere aber können sie puren Stress bedeuten. Das berichten Forscher im Fachjournal „BMC Ecology“. Vor allem Pinguine, die nicht an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt seien, reagierten empfindlich selbst auf milde Störungen. Der Antarktis-Tourismus und auch Forschungsprojekte könnten sich auf die Zusammensetzung der Kolonien auswirken, befürchten die Forscher. Pinguine mit empfindlicherer Natur würden verdrängt.
Die Wissenschaftler um Vincent Viblanc von der Universität in Lausanne (Schweiz) hatten Königspinguine (Aptenodytes patagonicus) auf der dauerhaft bewohnten Insel Possession untersucht, die zum Crozet-Archipel im südlichen Indischen Ozean gehört. Viele der Tiere dort sind seit mehr als 50 Jahren an die Präsenz von Menschen gewöhnt. Die Forscher wählten für ihre Analyse Vögel aus einem meist unbehelligten Koloniegebiet und solche aus einer Region, in der täglich Menschen auftauchen - etwa auf einer nahen Straße. Alle ausgewählten Pinguine hatten zwei Tage bis einen Monat alte Küken zu versorgen.
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Der Stress der Tiere wurde über die Messung des Herzschlags erfasst. Die Pinguine wurden zwei milderen Stressfaktoren ausgesetzt: einem „Touristen“, der sich auf zehn Meter näherte und dann für eine Minute stehen blieb sowie dem Geräusch aufeinanderprallender Metallstangen. Zudem wurden die Tiere für drei Minuten eingefangen - um das typische Vorgehen von Forschern zu simulieren.
Studien mit anderen Arten der Region hätten ähnliche Ergebnisse gebracht, schreiben die Autoren. Untersucht werden müsse nun, ob sich die Tiere über die Jahre an die menschlichen Besucher gewöhnten - oder ob es eine Auswahl hin zu stressresistenteren Tieren gebe. Vor allem vor dem Hintergrund des massiv zunehmenden Tourismus in der Antarktis sei es eine wichtige Fragestellung, wie sehr der Mensch dort indirekt Einfluss auf die Entwicklung der Arten nimmt.
dpa

























