SCHENKLENGSFELD. Immer mehr Menschen arbeiten heute täglich und viele Stunden ununterbrochen vor dem Computer-Bildschirm und verbringen auch noch große Teile ihrer Freizeit vor dem PC. Das heißt, sie fokussieren angestrengt ein zweidimensionales Bild in nächster Nähe und überlasten damit auf Dauer ihre Augen.

Ullrich Gerlach bei einer Sehübung mit der Fusionsschnur: Die Bilder beider Augen werden im Gehirn zu einem zusammengesetzt (fusioniert). Wie anstrengend dieser Prozess für den Einzelnen ist, hängt vom Zusammenspiel seiner Augen ab. Das lässt sich mit dem abwechselnden Anvisieren der Holzkugeln überprüfen und bei Bedarf auch verbessern.
Die Folgen sind nachlassende Sehkraft, trockene, entzündete Augen, die räumliche Sehfähigkeit nimmt ab, die Augen haben ein Problem damit, sich im raschen Wechsel auf die Nähe und die Ferne scharf zu stellen.
Die Idee, dass man dem Verfall der Sehkraft nicht nur durch die Verschreibung immer stärkerer Brillengläser entgegenwirken kann, sondern auch durch Training der Augenmuskulatur und der optischen Wahrnehmung, faszinierte Ullrich Gerlach. Das Handwerk des Augenoptikermeisters in Schenklengsfeld ist es eigentlich, seinen Kunden individuelle Sehhilfen anzupassen, Brillen zu fertigen und zu verkaufen. Trotzdem ließ er sich auf einem Seminar zum ganzheitlichen Sehtrainer ausbilden.
Gegen Kurz-Weit und Alterssichtigkeit, zur besseren Kontrastverarbeitung und zur besseren Versorgung der Augen mit Tränenflüssigkeit kann der Sehtrainer einen ganzen Katalog von Entspannungs- und Konzentrationsübungen einsetzen, die, einmal vermittelt und unter fachlicher Anleitung praktiziert, zu Hause und im Büro ohne großen Aufwand wiederholt werden können.
Der allmähliche Erfolg ist messbar: Bestimmte optische Effekte lassen sich mit immer weniger Anstrengung erzeugen, Testbilder zum Stereooder Farbsehen funktionieren auf einmal und die körperlichen Beschwerden lassen nach. Die erste Kontrolle findet nach sechs Wochen statt. Die Sehkraft werde auf jeden Fall gesteigert, sagt Gerlach. Ob der Trainingsteilnehmer letzten Endes ganz auf eine Sehhilfe verzichten könne, hänge allerdings von der Diagnose im Einzelfall ab.
(Weitere Informationen bei Ullrich Gerlach unter Telefon 06629/919000)



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