Die Kräfte, die bei einem Kopfball plötzlich auf einen Schädel einwirken, sind enorm hoch. Dr. Dietmar Schäfer, Chefarzt und Neurologie in der Odebornklinik im HELIOS Rehazentrum Bad Berleburg kann aber für gesunde Profi-Fußballer teilweise Entwarnung geben: "Akute Kopfverletzungen beim Fußball sind eher die Folge von Zusammenstößen oder eines Aufpralls auf den Torpfosten. Denn ein anderer Knochen oder das Alu-Profil geben beim Kontakt mit dem Kopf weniger nach als ein Fußball. So wird ein Großteil der Energie schon einmal absorbiert." Der biologische Aufbau des menschlichen Körpers schützt das Gehirn ebenfalls: Das Gehirn ist im Kopf schwimmend gelagert. Die umgebende Wasserschicht dämpft die auftretenden Kräfte.
An diesen Faktoren wird deutlich, dass sicheres Köpfen vor allem eine Frage des Trainings ist. Amateurkicker sollten Kopfbälle beherrschen und vor allem ihre Nackenmuskulatur trainieren, bevor sie mit vollem Einsatz spielen. Ansonsten ist ein Fußballer bei gelegentlicher Kopfarbeit kaum gefährdet, wenn er mögliche Gehirnerschütterungen nicht ignoriert.
Anders sieht es bei Kindern aus. Ihre Schädelknochen sind noch nicht vollständig entwickelt und daher empfindlicher. Der Deutsche Fußball Bund empfiehlt deshalb, erst mit 13 oder 14 Jahren mit dem Kopfballtraining anzufangen – und dann zunächst mit einem Softball.
Auch wenn man es mit den Kopfbällen nicht übertreiben sollte – über das ein oder andere Kopfballtor während der letzten Europameisterschaft-Spiele freuen sich Mannschaft wie Fans. (nh)


