Der Kinderarzt hat einen Magenpförtnerverschluss festgestellt. Jetzt soll unser Sohn operiert werden. Was genau ist ein Magenpförtnerverschluss? Ist die Operation kompliziert?“, fragt eine Leserin aus Kassel.
Antworten hat Dr. Peter Illing, Chefarzt der Kinderchirurgischen Klinik am Klinikum Kassel:
„Unter einem Magenpförtnerverschluss versteht man eine Verengung des Magenausgangs“, erklärt Illing. Davon seien drei von 1000 Babys betroffen, Jungen fünfmal so häufig wie Mädchen. Außerdem bestehe eine familiäre Häufung. In der dritten bis zehnten Lebenswoche kommt es laut dem Kinderchirurgen aus bisher nicht bekannten Gründen zu einer Verdickung der Muskulatur des Magenpförtners. Dies ist ein Muskel, der den Transport des Nahrungsbreis vom Magen in den Dünndarm reguliert.
„Bei einem Magenpförtnerverschluss ist der Muskel äußerst verdickt, sodass die Flüssigkeit nicht in den Dünndarm abfließen kann und dem Körper nicht zur Verfügung gestellt wird“, sagt Illing.
„Die operative Korrektur dieser Erkrankung ist seit vielen Jahren eine bewährte Routine-Operation in der Kinderchirurgie“, sagt Illing.
Die Schnitte seien im Laufe der Zeit immer kleiner geworden. Heute werde der Eingriff als Schlüssellochchirurgie vorgenommen, sodass später praktisch keine Narben zu sehen seien. „Bei der Operation wird die verdickte Muskelwand des Magenpförtners in Längsrichtung eingekerbt, die darunter liegende Schleimhaut bleibt intakt“, erklärt der Kinderchirurg.
Rascher Nahrungsaufbau
Bereits nach 48 Stunden erfolge der Nahrungsaufbau. Sobald das Kind seine gewohnte Nahrungsmenge vertragen habe, könne es wieder nach Hause entlassen werden.
Vor der Operation werden die Blutwerte des Kindes untersucht. Denn durch das Erbrechen könnte es zu Verschiebungen der Elektrolyte (im Blut gelöste Salze) im Kreislauf des Babys gekommen sein.
„Dies könnte Probleme bei der Narkose bereiten und müsste vorher korrigiert werden“, sagt Illing. Seien die Werte normal, könne das Kind rasch behandelt werden. (mkx)


