Diabetes, kaputte Gelenke, hoher Blutdruck und Herz-Kreislauf-Probleme - stark übergewichtige Patienten schleppen außer ihren Pfunden meist jede Menge Krankheiten mit sich herum. Für Krankenhäuser und Rettungsdienste in Deutschland sind fettleibige Menschen allerdings nicht nur medizinisch eine Herausforderung. Sie müssen sich auch mit ihrer Ausstattung auf XXL-Leibesumfang einstellen. „Operationstische und Krankenbetten müssen im Schwerlast-Format angeschafft werden, Spezialrollstühle sind nötig, auch extra-lange Spritzenkanülen, die durch eine dicke Fettschicht dringen“, beschreibt Moritz Quiske von der Deutschen Krankenhausgesellschaft die Situation.
„Ganz so extrem wie in den USA ist es noch nicht, aber die Nachfrage nach besonders stabilen OP-Tischen nimmt in Deutschland seit einigen Jahren zu“, sagt Klaus Frank, Geschäftsführer des Medizintechnik-Herstellers Trumpf im thüringischen Saalfeld. „Die Krankenschwestern werden immer leichter und die Patienten immer schwerer.“
Die Promis in der Jojo-Falle
Die Kliniken lassen sich die XXL-gerechte Ausrüstung einiges kosten. Von rund 600 Millionen Euro jährlichen Zusatzkosten spricht die Deutsche Krankenhausgesellschaft. Eingeschlossen seien dabei Medizintechnik und Geräte, sondern auch für die oft höhere Medikamentendosierung bei Schwerlast-Patienten, sagt Moritz Quiske.
„Ein Spezialrollstuhl, der 320 Kilo aushält, kostet fast das Zehnfache wie ein herkömmlicher Rollstuhl“, schildert Stefan Dreising, Sprecher des Universitätsklinikums Jena. Kleine Krankenhäuser halten meist nur einzelne XXL-Spezialbetten vor und leasen bei Bedarf weitere. Problem laut Krankenhausgesellschaft: In den Fallpauschalen der Krankenkassen würden diese Zusatzkosten „nicht ausreichend“ berücksichtigt.
dpa


© dpaKrankenhäuser müssen Spezialausrüstung für übergewichtige Patienten anschaffen.





















