Der Opel Ampera fühlt sich wie ein Raumschiff an – eine elektrisierende Ausfahrt

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    • 22.08.12
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Opel Ampera

Grüße aus dem Ufo

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Energie! Tatsächlich: Man kommt sich schon ein bissl vor wie in einem Raumschiff, wenn man den Opel Ampera startet.

© Opel

Der Traum der Menschheit: Saubere Autos, gespeist von Strom aus purer Windkraft. Und noch dazu alltagstauglich. Der Ampera ist schon fast ein Traumauto.

© OpelAbgehoben: das Cockpit des Opel Ampera

Ein Knopfdruck, ein High-Tech-Hochfahrgeräusch aus der Musikanlage, die Bildschirme vor uns zeigen zig Informationen, die Knöpfe schimmern blau. Das alles zusammen will meinen: Das Ufo ist klar zum Losschweben. So fühlt sie sich an, die Fahrt im Ampera: schwebend irgendwie. Vor allem, weil dieser Opel kein Motorgeräusch hat. Sssssst. Elektro-Auto, eh klar.

Am Anfang ungewohnt, keine Tankuhr zu sehen, sondern eine Batterie-Restlaufzeit. Ungewohnt, eine separate Fußgänger-Warnhupe zu haben (eben, weil das Auto so leise ist und weil Fußgänger es deshalb oft nicht bemerken). Und vor allem: ungewohnt, so bewusst zu bremsen (gibt mehr Restlaufstrecke).

OPEL AMPERA

Länge: 4,50 Meter
Breite: 1,79 Meter
Gewicht: 1,7 Tonnen
Antrieb: Elektromotor mit 150 PS plus Benzin-Generator
0-100 km/h: 9 Sekunden
Höchstgeschw.: 161 km/h (abgeregelt)
Batterie-Kapazität: 16 kWh
Verbrauch Strom: ca. 20 kWh pro 100 km
Verbrauch Benzin bei leerer Batterie: 6 - 7 Liter pro 100 km

Preis: 43.000 Euro

Das eigentlich Erstaunliche ist aber: Unter dieser Ufo-Haut steckt eine ganz normale Auto-Seele. Das ist kein klappriger, magersüchtiger Plastik-Zweisitzer, das ist kein Feigenblatt für die grüne Konzernbilanz. Sondern: ein Auto für den Alltagseinsatz, für die Familie. Bloß eben mit Elektro-Motor. Denn, so sagt’s eine Studie: Wir Deutschen sind statistisch keine Landstraßen-Langstrecken-Könige, sondern eher Stadtsprinter. Rund 80 Prozent aller täglichen Fahrstrecken liegen unter 50 Kilometern. Und das ist – anders als längere Entfernungen – mit Akkus gut machbar.

Am Abend wartet in der heimischen Garage dann schon die Steckdose zum Nachladen. Je nach Stromstärke dauert’s vier bis acht Stunden: Dann ist er wieder voll, der Ampera. Sie merken schon: Man macht sich Alltags-Gedanken, wenn man’s mit so einem Pkw-Ufo zu tun hat.

Und der aller-alltäglichste dieser Gedanken: Lohnt sich das alles? Für die Umwelt? Und für den Geldbeutel? Unser Test: Auf 100 Kilometer verbrauchen wir im Ampera 20 Kilowattstunden. Macht auf der Stromrechnung rund fünf Euro. Vergleichsauto: unser herkömmlicher Diesel (hat 145 PS, ähnlich wie der Ampera). Wir fahren mit ungefähr fünf Litern pro 100 Kilometer. Bei einem Diesel-Preis von 1,57 Euro pro Liter kosten die 100 Kilometer fast acht Euro. Hätte sich das Elektro-Auto schon gelohnt. Aber: Der Grundpreis ist hoch. Rund 43.000 Euro muss der Raumschiff-Kapitän mindestens anlegen. Und wenn die Batterie leer ist (was je nach Fahrweise bei 40 bis 80 Kilometern passiert), schaltet sich der Benzin-Generator zu. Der Verbrauch lag dann in unserem Test bei sechs bis sieben Litern Super auf 100 Kilometern (elf Euro). Am Ende kommt’s – wie bei jedem anderen Auto auch – drauf an, wofür Sie’s brauchen. Für den Büro-Pendler, der ab und zu auch mal einen Familienausflug macht, ist der Ampera eine Überlegung wert. Vor allem dann, wenn er Technik-Fan ist und sich zum Beispiel über eine komplett berührungsempfindliche Mittelkonsole freut. Genau nachrechnen lohnt sich aber auf alle Fälle – vor allem, wenn Sie doch immer wieder mal weiter fahren, als die Batterie hergibt.

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Eigentlich fehlt in der Gleichung nur noch eine Unbekannte. Nämlich der Pioniergeist, den man als Elektro-Fahrer automatisch spürt, wann immer man aufs Batterie-Symbol schaut. Hat dann doch wieder was von Enterprise...

Uli Heichele

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