Tatort-Kritik: Das Geld und die Träume

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Hervorragend: Renate Krößner mit Boris Aljinovic (M.) und Dominic Raacke.

Berlin - Die Autos, die Architektur, die Lichter der Großstadt – Berlin wie in einem Werbefilm. Beim Hauptstadt-"Tatort" geht es um Geld, ohne das Träume nicht wahr werden können. Eine Kritik:

Ein schöner Ort, wenn man auf Distanz bleibt. Denn die Dramen passieren hinter Mauern und Gardinen, in den lichtlosen Höfen, manchmal sogar in den pittoresken kleinen Lädchen, die Lebensart verkaufen wollen.

„Alles hat seinen Preis“ – mit dieser ewig gültigen Sentenz hat Regisseur Florian Kern den jüngsten „Tatort“ überschrieben, es geht um Geld, ohne das Träume nicht wahr werden können. Der Mord an einem Taxiunternehmer legt jäh das Dickicht der (finanziellen) Verflechtungen frei, in das sein Umfeld verstrickt ist.

Tatort: Die Kommissare vom Kultkrimi

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

Ganz altmodisch ist dieser Krimi aufgebaut, die Autoren Michael Gantenberg und Hartmut Block lassen alle in Frage kommenden Personen am Tatabend beim späteren Opfer aufkreuzen, einer von ihnen muss der Mörder sein. Der Regisseur nutzt diese eher schlichte Dramaturgie, um in vielen kurzen Szenen immer näher heranzugehen an seine Figuren – und ihnen doch ihr Geheimnis zu lassen.

Das gelingt nur mit hervorragenden Schauspielern, allen voran Renate Krößner als Sekretärin, die vergeblich darauf gewartet hat, zur Lebensgefährtin aufzusteigen. Doch auch Nicolette Krebitz als heimatlose Tochter, Alwara Höfels als gegen die Pleite ankämpfende Ladenbesitzerin und Tatjana Blacher als Bankerin mit Herz liefern beeindruckende Charakterstudien ab. Die Kritik an den Verhältnissen – sie bleibt im Hintergrund.

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Auch die Kommissare spielen einmal mehr im besten Sinne ensembledienlich. Dominic Raacke als Till Ritter und Boris Aljinovic als Felix Stark statten ihre Ermittler mit so viel kriminalistischem Eifer wie nötig und so viel Lässigkeit und Routine wie möglich aus. Der Fall ist der Star – so muss es sein!

Alle Tatort-Teams ab Herbst 2012

Rudolf Ogiermann

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