Kritik zum Furtwängler-"Tatort": Hermetische Welt

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Tatort-Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Kommodore Friedrichs (Richard van Weyden)

Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) ermittelte diesmal in der abgeschlossenen Welt der Luftwaffe. Bettina Fraschke über den Niedersachsen-„Tatort“.

Am Ende sang der Texaner Bob Schneider den Filmmusik-Klassiker „Over The Rainbow“ zu den ruhigen, fast poetischen Bildern des Sterbens. Ein eindrucksvoller Schluss für den „Tatort: Spielverderber“ in 3000 Metern Höhe, auch wenn man diesen Freitod natürlich genau so kommen sah. Die Figur dieser Kristin Goebels (Jasmin Gerat) hätte schon recht früh in der Krimihandlung von Hartmut Schoen ein, zwei Szenen mehr bekommen können. Dann hätte man ihrer Verzweiflung noch näher kommen können. So blieb sie lange ziemlich am Rand.

„Tatort“-Folgen mit Maria Furtwängler als Kommissarin Charlotte Lindholm überzeugen häufig durch dieselbe Konstruktion. Die Ermittlerin taucht in der Provinz allein in eine spezielle Umgebung ein, die sich abschottet, sei es ein Dorf oder eben hier das Militär. Auch diesmal war die Story spannend erzählt und lebte vor allem von Gerdy Zint als jähzornigem Jan Köhler. Kleine Schwäche war, dass die Bundeswehr-Folie, vor der der Fall sich entrollte, zu wenig ausgearbeitet wurde. Die Themen, die da drinsteckten – psychische Belastung, zu viele Sonderschichten, Konflikte zwischen Soldaten und ihren zivilen Partnern – hätte man sich mehr im Vordergrund vorstellen können.

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