"The Company Men": Die Entlassung als Entmannung

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Aus dem Büro auf die Straße: Tommy Lee Jones (li.) und Ben Affleck als gefeuerte Manager,

„The Company Men“ von TV-Mann John Wells ist ein Drama ohne Kitsch, dafür mit Humor und in einer Star-Besetzung. Hier sehen Sie den Kinostrailer und die Filmkritik.

Das macht ihm so schnell keiner nach: Nicht weniger als vier Oscar-Preisträger konnte John Wells als Hauptdarsteller für sein Kinoregie-Debüt gewinnen. Freilich ist Wells in der Branche kein Unbekannter: Der Schöpfer diverser Serien-Klassiker wie „Emergency Room“ oder „The West Wing – Im Zentrum der Macht“ hat als Autor, Regisseur und Produzent Fernsehgeschichte geschrieben. Kein Wunder also, dass die Stars Schlange standen, um in seinem ersten Spielfilm mitwirken zu dürfen. Wells beleuchtet die Finanzkrise aus Sicht der Schlipsträger – und zeigt, dass man auch auf der vermeintlich sicheren Seite nie vor dem Absturz gefeit ist.

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Als ein Bostoner Schiffsbauunternehmen ins Schlingern gerät und die Bosse nur noch an Profitmaximierung interessiert sind, werden im Zuge einer Massenentlassung auch die Manager Bobby (Ben Affleck), Gene (Tommy Lee Jones) und Phil (Chris Cooper) gefeuert. Drei Männer, die sich für unersetzlich hielten, müssen plötzlich ihre Rolle als Familienväter neu definieren. Sie stellen fest, dass man als Vertreter der Ü30-Generation zwar noch spezielle Partys besuchen, aber nicht mehr auf eine neue Anstellung hoffen darf. Nach demütigenden Bewerbungsgesprächen sieht sich Bobby gezwungen, in der Baufirma seines verhassten Schwagers (Kevin Costner) als Hilfsarbeiter anzuheuern.

Auf ruhige, nuancierte und intelligente Weise erzählt Wells von Männern, die mit ihrem Job ihr Selbstvertrauen verlieren: Die Entlassung kommt für sie fast einer Entmannung gleich. Anfangs versuchen sie noch, sich an die Statussymbole zu klammern, für die sie jahrelang geschuftet haben – doch schließlich besinnen sie sich wieder auf das, was wirklich zählt im Leben.

Die konventionelle Inszenierung verzichtet auf Mätzchen, Kitsch und Pathos, setzt stattdessen auf dezent eingestreuten Humor – und auf die superben Darsteller, die das Herz dieses klugen Stellenabbau-Dramas bilden: Tommy Lee Jones und Chris Cooper sind wie immer zum Niederknien, und Kevin Costner war schon lange nicht mehr so gut wie hier als ruppiger, aber aufrichtiger Handwerker. Für die größte Überraschung sorgt indes der einst so steife Ben Affleck, der hinter der bröckelnden Fassade des selbstgefälligen Strahlemanns tiefe Verletzlichkeit durchschimmern lässt.

Marco Schmidt

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