Neu im Kino: Steven Silvers Reporter-Drama „The Bang Bang Club“

Fotografieren - und dann?

Mit der Kamera immer mittendrin: Ryan Phillippe als Greg in dem Drama „The Bang Bang Club“ von Steven Silver. Foto: dpa

Das Foto ging um die Welt. Es zeigt ein ausgehungertes Mädchen im Sudan, das vor der Essensausgabe vollkommen geschwächt zusammengebrochen ist. Hinter ihm sitzt ein Geier und wartet.

Das Bild des südafrikanischen Fotografen Kevin Carter erschütterte 1993 die Menschheit. Doch was geschah, nachdem der Fotograf auf den Auslöser gedrückt hatte? Hat er ins Geschehen eingegriffen? Carter war einer von vier südafrikanischen Fotojournalisten, die sich im „Bang Bang Club“ zusammengetan hatten und den Bürgerkrieg in ihrem Land dokumentierten, wo noch Apartheid herrschte.

Der südafrikanische Regisseur Steven Silver untersucht „The Bang Bang Club“, was diese Fotografen angetrieben hat. Im Zentrum steht Greg Marinovich (Ryan Phillippe), der neu zur Clique stößt. Als gäbe es kein Morgen, werfen sich Kevin Carter (Taylor Kitsch), Ken Oosterbroek (Fran Rautenbach) und João Silva (Neels van Jaarsveld) mit ihren Kameras zwischen die Fronten. Der politische Hintergrund der Gewalt wird nur am Rande erfasst.

Als Kevin Carter später nach dem sudanesischen Mädchens gefragt wird, sagte er, seine Aufgabe als Fotograf sei es nur, das Geschehen zu dokumentieren - und nimmt sich ein Jahr später das Leben.

Genre: Drama

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!::

Von Martin Schwickert

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