Schauspieler Detlef Bothe spielt im neuen Film einen Killer

Bond-Bösewicht aus Braunschweig: „Knallhart kann ich gut“

Auf der Seite der Bösewichte: Der Braunschweiger Schauspieler Detlef Bothe ist im neuen James Bond-Film „Spectre“ als Killer unterwegs – sprechen darf er darüber vorerst nicht. Foto: dpa

Der neue Bond-Film „Spectre“ steht in den Startlöchern. Neben Christoph Waltz (59) ist auch der deutsche Schauspieler Detlef Bothe (50) mit von der Partie.

Der gebürtige Braunschweiger erzählt im Interview, was einen überzeugenden Bösewicht ausmacht. 

Im Trailer zu „Spectre“ sind Sie noch nicht zu sehen. Wen spielen Sie?

Detlef Bothe: Ich spiele einen Iceman, einen Killer. Aber eigentlich darf man nichts sagen. Da gibt es ein achtseitiges Formular, das man unterschreiben muss. Eine ganze Seite beschäftigt sich mit den Konsequenzen, wenn man doch was sagt. Alles ist sehr geheim. Das ist sehr geschickte PR-Arbeit. Die Engländer haben es schon drauf.

Sie spielen in vielen Filmen den Bösewicht. Eine Idee, warum das so ist? 

Bothe: Weil ich das halt gut verkörpern kann. Aber ich spiele ja nicht nur Bösewichte. Von Idioten über Familienväter: Zwischentöne sind da relativ gut vertreten. Aber der Typus des Knallharten kommt schon immer wieder vor. Den kann ich gut spielen. Man muss halt wissen, wie es geht.

Verraten Sie, wie man den Knallharten spielt? 

Einer rätselhaften Nachricht auf der Spur: James Bond (Daniel Craig) auf die unheilvolle Organisation „Spectre“ (Gespenst). Foto: Agentur

Bothe: Da kann ich Ihnen drei Tage Schauspielunterricht verpassen, dann wissen Sie es. Das muss man sich erarbeiten. Das sind die Bewegungen, das ist Haltung und die nonverbalen Möglichkeiten. Da kommt einiges zusammen. Jeder hat natürlich Aggressionen und Boshaftigkeit in sich. Dies muss man offen machen und auch in Anschaulichkeit übersetzen. Als Schauspieler arbeitet man diese Seiten aus. Die stehen einem dann im Bestfalle nuanciert zur Verfügung, und ich kann schnell drauf zurückgreifen.

Curd Jürgens, Gert Fröbe oder Klaus Maria Brandauer – immer wieder mimen deutschsprachige Schauspieler den Bösewicht in James-Bond-Filmen. Im aktuellen Bond wird zudem Christoph Waltz zu sehen sein. Warum ist das so? 

Bothe: Keine Ahnung, da müssen Sie die Engländer fragen. Wir Deutschen sind die Nazis, die Bösen, die Irren.

Sie machen selbst Filme. Mussten Sie am Set von James Bond den Regisseur in sich unterdrücken? 

Bothe: Nein. Ich bin ja froh wenn ich als Schauspieler arbeite. Dann habe ich nur diesen einen Job zu machen. Das ist angenehm, das ist schön. Da hab ich überhaupt kein Interesse, mich einzumischen. Das würde auch gar keinen Sinn machen. Ich mache meinen Job als Schauspieler. Basta. (dpa)

Kommentare