Verliert man einen Zahn oder ist er - bei Jugendlichen - gar nicht angelegt - ist ein Implantat eine gute Lösung, langfristig Ersatz zu schaffen. Wer nach einem Zahnverlust dagegen zu lange mit dem Ersatz wartet, riskiert den langsamen Abbau des Kieferknochens.

© Foto: Bruinier
Nach der Operation: Dr. Martin Bruinier erklärt einer Patientin die Situation nach der Implantation.
Man trägt sie prominent mitten im Gesicht. Sind sie gesund und schön, fördert das deutlich das Selbstbewusstsein. Sind die Zähne nicht mehr funktionstüchtig – schmerzen, wackeln oder fehlen sogar – fühlt der Mensch sich selten wohl. Wenn Zahnverlust droht oder bereits eingetreten ist, ist eine künstliche Zahnwurzel aus Titan, ein so genanntes Implantat, die derzeit modernste Lösung für den Zahnersatz.
„Bei fehlenden Zähnen können Einzel- oder Mehrzahnimplantate gesetzt werden. Auch bei Freiendsituationen oder Nicht-Anlagen von Zähnen sind Implantate eine gute Lösung“, erklärt Dr. Martin Bruinier, Zahnarzt aus Kassel, die Einsatzmöglichkeiten von Zahnimplantaten. „Wir können über Implantate Prothesen vermeiden oder nicht mehr haltende Prothesen fixieren“, fügt er hinzu.
Implantate haben eine hohe Einheilungsquote von über neunzig Prozent. Der Patient muss allerdings darauf achten, rundum gut betreut zu werden. „Der Zahnarzt sollte eine fundierte und zertifizierte Ausbildung mit Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie sowie Erfahrung mit Knochenaufbau und verschiedenen Krankheitsbildern mitbringen“, fasst Dr. Bruinier zusammen.
Dr. Martin Bruinier hat gute Erfahrungen damit gemacht, die Bohrschablone für das Implantat am späteren Sitz der Krone auszurichten. „Ich weiß schon vorher genau, wo der Zenit der Krone sein wird“, sagt er. Auf Basis dieser Information wird die Bohrschablone erstellt. Das sind beste Voraussetzungen dafür, dass die Krone später perfekt sitzt. Bruinier plädiert außerdem für die Sofortimplantation bei Zahnverlust. Wenn er einen Zahn ziehen muss, bietet er die Möglichkeit, das Implantat im gleichen Eingriff einzusetzen. Das beugt dem Knochenschwund vor, der bei fehlenden Zähnen schnell einsetzt. Sollte dennoch Knochen fehlen, wird er durch Membran und Granulat und/oder durch während des Eingriffs aus dem Unterkiefer entnommenem eigenen Knochen an entsprechender Stelle ergänzt. Ist das Implantat in den Knochen gesetzt, legt der Zahnarzt das Zahnfleisch darüber, damit das Implantat steril einheilen kann. „Patienten werden sofort provisorisch versorgt, damit keine ästhetischen Probleme entstehen“, sagt Dr. Martin Bruinier. Nach der Einheilzeit von drei bis sechs Monaten wird die Krone mithilfe eines so genannten Abutments, also Aufbauteils, mit dem Implantat verbunden. Bei richtiger Pflege steht nun einem langjährigen festen Zahnersatz nichts im Weg. Beispielsweise halten achtzig bis neunzig Prozent der Implantate im Oberkiefer ein Leben lang, erklärt der Kasseler Zahnarzt. (iei)



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