Gehen Zähne verloren, wird der Kieferknochen an dieser Stelle nicht mehr richtig belastet. Er bildet sich mit der Zeit zurück. Dann kann ein Implantat nur fest verankert werden, wenn zuvor der Knochen wieder aufgebaut worden ist.

© Foto: proDente
So klein: Ein Implantat fällt in der Handfläche kaum auf.
Der Zahnarzt und Oralchirurg Dr. Eberhard Frisch aus Hofgeismar behebt seit vielen Jahren kleine und große Knochendefekte. Dabei arbeitet er mit modernen OP-Techniken, die für den Patienten mit weniger Schmerzen, Komplikationen und Kosten verbunden sind.
Herr Dr. Frisch, wie schaffen Sie wieder ausreichend Knochen, um ein Implantat zu setzen?
Dr. Frisch: Genügend Knochen ist wichtig für die feste Verankerung des Implantats und auch für die spätere Ästhetik. Heute sind selbst große Knochendefekte mit verschiedenen OP-Techniken wieder aufzubauen. Ich bevorzuge Methoden, bei denen in einem einzigen operativen Eingriff durch entsprechende Materialien das Knochenwachstum angeregt und gleichzeitig das Implantat eingesetzt wird. In der anschließenden Heilungsphase bildet sich in wenigen Monaten neue stabile Knochensubstanz. Damit mache ich seit Jahren sehr gute Erfahrungen. Die meisten Eingriffe dauern nur wenige Minuten, sind für den Patienten weitestgehend schmerzfrei und verlaufen in der Regel komplikationslos.
Wie schnell bildet sich der Knochen nach dem Zahnverlust zurück? Kann man das frühzeitig stoppen?
Dr. Frisch: Jeder Zahn ist durch ein sehr feines Gewebe mit dem Knochen verbunden. Wird er gezogen, wird dieses Knochengewebe nicht mehr gebraucht und bildet sich etwas zurück. Um möglichst wenig Knochen zu verlieren, setzt man in vielen Fällen sofort das Implantat mit etwas Knochenaufbaumaterial in die Lücke ein. Die Ergebnisse sind überzeugend. Bleibt die Stelle unversorgt, zieht sich der Kieferknochen innerhalb eines Jahres bereits um zirka vierzig Prozent zurück.
Wie lange halten die künstlichen Zahnwurzeln?
Dr. Frisch: Mit der richtigen Pflege ein Leben lang. Das setzt voraus, dass der implantatgetragene Zahnersatz so geplant wird, dass er leicht zu pflegen ist. Zudem rate ich zu einer regelmäßigen Nachsorge mit einer professionellen Zahn- und Implantatreinigung. Selbst bei optimaler Mundpflege bildet sich mit der Zeit Plaque an Zähnen und Implantaten. Das kann zu Entzündungen führen. Bei Implantatträgern spricht man dann von einer Periimplantitis. Solche Entzündungsherde therapieren wir seit einiger Zeit sehr gut mit der innovativen antibakteriellen Lasertherapie. Das Laserlicht tötet die Bakterien in wenigen Minuten ab – für den Patienten völlig schmerzfrei. Sie absolvieren zurzeit als einer von nur zwölf deutschen Zahnärzten den ersten MasterOnline-Studiengang Parodontologie an der Universität Freiburg.
Warum ist die „Lehre vom gesunden Zahnfleisch“ so wichtig?
Dr. Frisch: Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Zahnfleischentzündungen den gesamten Organismus belasten und gefährliche Folgen haben können. Zudem führt Parodontitis zu Zahn- beziehungsweise Implantatverlust. Übrigens hat jeder zweite Erwachsene bei uns in Deutschland eine behandlungsbedürftige Parodontitis – oft ohne es zu wissen. Deshalb rate ich zu einer regelmäßigen Prophylaxe beim Zahnarzt. Dann können auch die echten Zähne ein Leben lang halten.



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