Eine Lippe-Kiefer-Gaumenspalte ist gut behandelbar - vor allem, wenn sie direkt nach der Geburt von einem spezialisierten Team untersucht werden. Doch auch ältere Patienten mit dieser Erkrankung können von der Gesichtschirurgie profitieren.
Gesichtsfehlbildungen wie die Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten beeinträchtigen aber nicht nur das Aussehen, sondern auch Funktionen wie Sprechen, Hören und Kauen. Diese Fehlbildungen, die im Volksmund veraltet als „Hasenscharte“ oder „Wolfsrachen“ bezeichnet wurden, kommen einmal unter 500 Geburten vor und stellen damit die zweithäufigste Fehlbildung des Menschen. Sie bilden sich relativ früh in der Kindesentwicklung um die sechste bis zehnte Schwangerschaftswoche.
Häufig können Pränatalmediziner bei guten Bedingungen Spaltbildungen mittels Ultraschall bereits vor der Geburt erkennen. Bleibt die Spaltbildung bis zur Geburt noch unentdeckt, sollte ein erfahrenes Team die Eltern sofort nach der Geburt über die sehr guten Behandlungsmöglichkeiten informieren. „Bei guter Betreuung lassen sich funktionelle und ästhetische Beeinträchtigungen auf ein Mindestmaß reduzieren“, erklärt Terheyden. Diese erfolgt durch ein interdisziplinäres Team aus Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, Kinderärzten, Hals-, Nasen- Ohrenärzten, Kieferorthopäden, Sprachtherapeuten und anderen Spezialisten. In einer fachübergreifenden Sprechstunde nehmen Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen gemeinsam mit Kinderärzten die Funktion des Koordinators wahr, die die anderen Fachleute dann je nach betroffenem Bereich hinzuziehen. Die kontinuierliche Betreuung sollte bis zum Wachstumsabschluss mit dem 18. Lebensjahr in einer Hand bleiben.



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