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Das Leben im betreuten Wohnen gibt Sicherheit ohne einzuengen

Gemeinschaft und Privatsphäre im Wechsel

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„Wir hatten das Gefühl, erwartet zu werden.“ So schildert Heinz Elsässer den ersten Eindruck, als er mit seiner Frau das Wohnstift betrat, um dort einzuziehen. Zuvor wohnte er in einem Pflegeheim in Bad Emstal. Von mehreren Krankenhausaufenthalten in Folge hatte sich der gebürtige Offenbacher nie ganz erholt.

Wieder zusammen: Susanne und Heinz Elsässer leben seit einem halben Jahr im Wohnstift am Weinberg.

© Foto: Polk

Wieder zusammen: Susanne und Heinz Elsässer leben seit einem halben Jahr im Wohnstift am Weinberg.

Ein Beckenbruch vor eineinhalb Jahren führte zur Pflegeabhängigkeit und zum Umzug ins Pflegeheim. „Zu Hause hätten wir die Situation nicht bewerkstelligen können“, sagt seine Frau Susanne. Zwei Mal am Tag besuchte sie ihren Mann, danach richtete sich ihr gesamter Tagesablauf. Das wurde der heute 80-Jährigen bald zuviel. „Uns war klar, wir müssen eine Situation schaffen, in der wir wieder zusammen sein können“, sagt Susanne Elsässer. Seit einem halben Jahr leben die Eheleute in einer 53-Quadratmeter-Wohnung im Wohnstift am Weinberg im Zentrum von Kassel. „Hier herrscht eine wunderbare Atmosphäre“, sagt Heinz Elsässer. Der hauseigene Pflegedienst unterstützt sie bei Alltagsverrichtungen. Zum Mittagessen gehen die Eheleute in den Speisesaal. „Das fühlt sich manchmal ein bißchen wie Urlaub an“, sagt Susanne Elsässer. Mittlerweile hat sich Heinz Elsässer soweit erholt, dass er kurze Strecken mit einer Gehhilfe wieder laufen kann. Auch Hildegard Hering hat sich für ein Leben im Wohnstift entschieden. Nach dem Tod ihres Mannes musste sie sich neu orientieren. Die Möglichkeit, ihren Alltag selbständig zu gestalten und dabei die Gemeinschaft vor der Wohnungstür zu haben, ist für sie wichtig. Die 88-Jährige nutzt den Wäscheservice des Hauses. Der Pflegedienst hilft ihr morgens beim Anziehen der Stützstrümpfe. Wenn sie in Gesellschaft sein möchte, geht sie in die Cafeteria. Hier trifft sie immer jemanden. „Wir sind eine herzliche Zweckgemeinschaft“, sagt Hildegard Hering. Seit ihrem Einzug vor acht Jahren hat sie viele Bekanntschaften aufgebaut. Die Eheleute Elsässer sind zufrieden mit ihrer Entscheidung, in das Wohnstift einzuziehen: „Wir möchten ja die letzten Jahre glücklich sein“, sagen sie.

von Ilona Polk

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