Sex ist ein ganz natürliches Verlangen. Doch was passiert, wenn der Mann nicht mehr seinen Mann stehen kann? Ärzte nennen dieses Unvermögen erektile Dysfunktion (ED), bei der sich der Penis nicht oder nicht lange genug für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr versteift.

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Flaute im Bett: Ist der Partner eingeweiht, lässt auch der psychische Druck nach und damit auch die Versageängste.
Wie häufig sind Erektionsstörungen?
Dr. Olaf Sawal: Die erektile Dysfunktion wird definiert als eine Erektionsschwäche von mindestens sechs Monaten Dauer, welche einen Geschlechtsverkehr in über 70 Prozent verhindert. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu und liegt in Deutschland bei etwa zwei Prozent im Alter zwischen 30 bis 39 Jahren, zehn Prozent im Alter zwischen 40 bis 49 Jahre, 16 Prozent zwischen 50 bis 59 Jahre, 34 Prozent zwischen 60 und 69 Jahre und 53 Prozent zwischen 70 und 79 Jahre. Im Schnitt sind das 19 Prozent, aber nur sieben Prozent lassen sich behandeln.
Wie ernst sollte man solch eine Störung nehmen?
Dr. Sawal: Die Ursachen sind psychisch und körperlich, wobei die psychischen Faktoren eher bei den jüngeren und die körperlichen eher bei den älteren Patienten zum Tragen kommen.
Was zählt zu den psychischen Ursachen?
Und wenn die Probleme keine psychische Ursache haben?
Dr. Sawal: Durchblutungsstörungen, Diabetes mellitus, neurologische Erkrankungen, Hormonstörungen, Entzündungen der Prostata, des Hodens und der Nebenhoden, die gutartige Vergrößerung der Prostata, das Prostatakarzinom, sowie Operationen und Bestrahlungen sind die häufigsten körperlichen Ursachen. Auch Medikamente können eine ED hervorrufen. Hier sind besonders Blutdrucksenkende, entzündungshemmende Medikamente, Magen- und Darmmittel und Psychopharmaka zu nennen. Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht, Rauchen und Alkohol.
Was können Betroffene tun, wenn ein körperlicher Grund vorliegt?
Dr. Sawal: Man sollte eine erektile Dysfunktion sehr ernst nehmen, da sie meistens ein Frühwarnzeichen für die genannten Erkrankungen sein kann. Doch es lässt sich nur etwas mehr als ein Drittel der Patienten behandeln. Es ist für viele ein Tabu-Thema und mit Scham behaftet.
Betrifft dies nur einzelne Männer?
Dr. Sawal: Betroffene sollten zunächst einen Facharzt aufsuchen. Ansprechpartner ist der Urologe. Hier wird zunächst eine gründliche Anamnese durchgeführt, das heißt, es werden Fragen zur Erektionsschwäche, zur Partnerschaft, zum Beruf, zur Freizeit, zu Erkrankungen und Medikamenten gestellt. Oft gibt es hierfür Fragebögen, die dann mit dem Arzt ausgewertet werden. Dann folgen je nach Ausprägung der Erektionssschwäche körperliche Untersuchungen. Laboruntersuchungen können Hinweise auf Erkrankungen oder Hormon-störungen aufzeigen, Ultraschalluntersuchungen der Gefäße des Penis geben Aufschluss über die Durchblutung, gegebenenfalls wird zusätzlich ein erektionsförderndes Medikament injiziert. Eine gängige Methode ist auch die Messung der nächtlichen Erektion im Schlaflabor. Auch Messungen der nervlichen Versorgung werden durchgeführt.
Wie kann man in diesem Fall helfen?
Dr. Sawal: Die Therapie der Wahl ist, bei nicht operierten Patienten und bei operierten Patienten mit Schonung des für die Erektion zuständigen Gefäß-Nerven-Bündels, die Einnahme von Tabletten, den so genannten PDE-5 Hemmern. Dies sind Medikamente, die ein bestimmtes Enzym hemmen, so dass eine Erektion erleichtert wird. Alternativ besteht die Möglichkeit, ein erektionsförderndes Medikament mit einer Spritze in den Penis zu injizieren oder ohne Nadel in die Harnröhre zu applizieren.
Von Maya Yüce
Quelle: HNA Online


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