Neues aus der Medizin - Neuartige Eingriffe an der Hauptschlagader am Klinikum Kassel. Dort wird ein neues Operationsverfahren angewandt, das es erlaubt, Aussackungen und Erweiterungen der Hauptschlagader zu behandeln, ohne den Brustkorb oder Bauch zu öffnen.

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Neuartige Eingriffe an der Hauptschlagader am Klinikum Kassel: Operationsverfahren erlaubt Aussackungen und Erweiterungen der Hauptschlagader zu behandeln, ohne den Brustkorb oder Bauch zu öffnen.
Die Hybrideingriffe kombinieren die Umleitung von Blutgefäßen mit dem Einschieben einer Endoprothese (Gefäßstütze) in die Hauptschlagader. Mittlerweile wurden am Kasseler Klinikum zehn Patienten behandelt.
Auch bei komplizierten Fällen bietet das Klinikum diesen minimalinvasiven Eingriff an. Dabei müssen Gefäße verpflanzt werden, um eine Prothese setzen zu können. Mit Bleistift und Papier entwirft Herzchirurg Kellner dazu für jeden Patienten eine Strategie, in welcher Reihenfolge welches Gefäß verlegt werden muss, damit während der Operation alle Organe ausreichend durchblutet sind. Anschließend kann Nael Abusalim Prothese einsetzen.
Um bei Notfällen mehr Zeit für die Patienten zu gewinnen, soll am Klinikum ein Notfalllager für Aortenprothesen eingerichtet werden. Bisher dauert es zwei bis drei Stunden, bis die Prothesen aus einem Notfalllager in Bayern geliefert werden. (hei)
Aussackungen an der Hauptschlagader (Aortenaneurysmen) sind nicht selten. Jährlich werden in Deutschland etwa sechs Prozent Neuerkrankungen entdeckt. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Hauptschlagader an einer oder mehreren Stellen ausdehnt. Lebensgefährliche Folgen können die Bildung von Blutgerinnseln oder das Reißen des Blutgefäßes sein. In den USA sterben jährlich ca. 15 000 Menschen an den sekundären Folgen eines Aortenaneurysmas, in Schweden sind es 700 bis 1000 Menschen – meist Männer zwischen 65 und 75 Jahren. Da solche Aussackungen – wenn überhaupt – nur durch Zufall entdeckt werden, halten Dr. Hans-Jörg Kellner und Nael Abusalim aus Kassel Reihenuntersuchungen für sinnvoll, um Aneurysmen bei Risikogruppen aufspüren und rechtzeitig behandeln zu können. Mit einem Ultraschall des Bauchraums könne ein Aneurysma problemlos entdeckt werden, bevor es schlimme Folgen habe, so die Ärzte. (hei)



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