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In der geriatrischen Behandlung gewinnen hochbetagte Menschen die Selbstständigkeit zurück

Beweglich bis ins hohe Alter

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Wer im Alter lange fit sein möchte, sollte früh auf Körper und Geist achten. Doch auch hochbetagte Menschen können mithilfe eines Geriaters buchstäblich wieder auf die Beine kommen.

Beweglichkeit bewahren: Unternehmenungen mit den Enkeln bieten sich da an.

© Foto: Fotolia

Beweglichkeit bewahren: Unternehmenungen mit den Enkeln bieten sich da an.

Wer sich einen schönen Lebensabend machen möchte, sollte früh anfangen, gesund zu leben – davon ist Prof. Dr. Werner Vogel, Chefarzt des Evangelischen Krankenhauses Gesundbrunnen in Hofgeismar überzeugt. Körper und Geist ein Leben lang in Bewegung zu halten und auftretende Krankheiten frühzeitig zu therapieren, verringert die Gefahr einer senilen Demenz oder anderer Krankheiten, die zu einem langen Siechtum im Alter führen.

Diese Art der Prävention empfiehlt Prof. Vogel von der Kindheit an. Doch auch bei alten Menschen mit mehreren Krankheiten – so genannten multimorbiden Patienten – kann der Geriater noch präventiv tätig werden. Die Geriatrie beugt bei ihnen einer Verschlechterung des aktuellen Zustandes vor oder sie hilft den Patienten, ihren Alltag nach einer akuten Erkrankung oder einem Unfall wiederherzustellen. Gemeinsam mit den Patienten erstellt der Altersmediziner einen „Fahrplan“, nach dem vorhandene Erkrankungen behandelt werden.  Dabei beachtet die Geriatrie neben der Dringlichkeit der Behandlung auch die Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten bei alten Menschen und vor allem deren persönliche Lebensumstände.

Patient gibt die Richtung an

Prof. Werner Vogel© Foto: privatProf. Werner Vogel

Prof. Vogel nennt als Beispiel einen alten Menschen, dem das Gehen enorm wichtig ist, weil er jeden Tag in den Garten möchte. Die Tabletten gegen sein Hüftleiden haben ihm jedoch enorme Magenprobleme verursacht. Nun hilft ihm der Geriater, die richtigen Therapien nach seinen eigenen Prioritäten umzusetzen. „Wir steuern den Patienten durch diese komplizierte Medizin hindurch. Wir haben im Blick, was für den Patienten wichtig ist und was er körperlich verträgt“, erläutert der Chefarzt. Können die Patienten ihre Wünsche selbst nicht mehr äußern, ermittelt der Arzt ihren mutmaßlichen Willen. Dabei spielen, sofern vorhanden, eine Patientenverfügung sowie die Hinweise von Angehörigen oder dem Betreuer eine Rolle.

Die Geriatrie kann mit und für die alten Menschen viel Positives bewirken: zum Beispiel die Fähigkeit, wieder zu laufen. „Auch bei einem 100-Jährigen kann man die Muskulatur wieder aufbauen“, sagt Prof. Vogel. Dazu verordnet er Bewegungstherapie und das regelmäßige Aufstehen aus dem Krankenhausbett mithilfe des Pflegepersonals.

Depression entgegenwirken

Die Rückgewinnung der körperlichen Fähigkeiten beugt einer weiteren Erkrankung vor, die bei vierzig Prozent der Hochbetagten auftritt: Depression. Zum Teil sei sie durch Störungen im Gehirnstoffwechsel bedingt. Sie könne jedoch auch eine Reaktion auf Verlusterlebnisse sein, erläutert Prof. Vogel. „Schlaganfall und Depressionen gehen oft einher“, sagt er. Um diese Form der Altersdepression wirksam in den Griff zu bekommen, müssen andere Störungen, die zum Beispiel durch den Schlaganfall verursacht werden, gleichzeitig behandelt werden.

In seiner jahrzehntelangen Praxis hat Prof. Vogel immer wieder die Erfahrung gemacht, dass geistig und körperlich bewegliche Menschen nach einer Erkrankung oder einem Unfall schneller wieder auf die Beine kommen. Er rät daher seinen Patienten besonders dazu, aktiv am Leben teilzunehmen und auch mal Neues auszuprobieren: „Spielen sie mit ihren Enkelkindern am Computer. Da lernen sie neue Ausdrücke, neue Techniken und tauschen sich über die Generationen hinweg aus“, ist sein pragmatischer Rat.

Von Inga Eisel

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