Wer im Alter lange fit sein möchte, sollte früh auf Körper und Geist achten. Doch auch hochbetagte Menschen können mithilfe eines Geriaters buchstäblich wieder auf die Beine kommen.

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Beweglichkeit bewahren: Unternehmenungen mit den Enkeln bieten sich da an.
Wer sich einen schönen Lebensabend machen möchte, sollte früh anfangen, gesund zu leben – davon ist Prof. Dr. Werner Vogel, Chefarzt des Evangelischen Krankenhauses Gesundbrunnen in Hofgeismar überzeugt. Körper und Geist ein Leben lang in Bewegung zu halten und auftretende Krankheiten frühzeitig zu therapieren, verringert die Gefahr einer senilen Demenz oder anderer Krankheiten, die zu einem langen Siechtum im Alter führen.
Diese Art der Prävention empfiehlt Prof. Vogel von der Kindheit an. Doch auch bei alten Menschen mit mehreren Krankheiten – so genannten multimorbiden Patienten – kann der Geriater noch präventiv tätig werden. Die Geriatrie beugt bei ihnen einer Verschlechterung des aktuellen Zustandes vor oder sie hilft den Patienten, ihren Alltag nach einer akuten Erkrankung oder einem Unfall wiederherzustellen. Gemeinsam mit den Patienten erstellt der Altersmediziner einen „Fahrplan“, nach dem vorhandene Erkrankungen behandelt werden. Dabei beachtet die Geriatrie neben der Dringlichkeit der Behandlung auch die Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten bei alten Menschen und vor allem deren persönliche Lebensumstände.
Die Rückgewinnung der körperlichen Fähigkeiten beugt einer weiteren Erkrankung vor, die bei vierzig Prozent der Hochbetagten auftritt: Depression. Zum Teil sei sie durch Störungen im Gehirnstoffwechsel bedingt. Sie könne jedoch auch eine Reaktion auf Verlusterlebnisse sein, erläutert Prof. Vogel. „Schlaganfall und Depressionen gehen oft einher“, sagt er. Um diese Form der Altersdepression wirksam in den Griff zu bekommen, müssen andere Störungen, die zum Beispiel durch den Schlaganfall verursacht werden, gleichzeitig behandelt werden.
In seiner jahrzehntelangen Praxis hat Prof. Vogel immer wieder die Erfahrung gemacht, dass geistig und körperlich bewegliche Menschen nach einer Erkrankung oder einem Unfall schneller wieder auf die Beine kommen. Er rät daher seinen Patienten besonders dazu, aktiv am Leben teilzunehmen und auch mal Neues auszuprobieren: „Spielen sie mit ihren Enkelkindern am Computer. Da lernen sie neue Ausdrücke, neue Techniken und tauschen sich über die Generationen hinweg aus“, ist sein pragmatischer Rat.
Von Inga Eisel



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