Ganz in Weiß - Adelshochzeit in Coburg

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Das frisch vermählte Paar: Der Prinz und seine Frau Kelly.

Coburg - Sonne und Brautpaar strahlten, Menschenmassen jubelten am Straßenrand, Kameras klickten ohne Pause, und die prominenten Gäste lächelten huldvoll in die Menge.

Ein kleines Stück vom Reich- und Schönsein bekamen die Menschen in Coburg am Samstag bei der Hochzeit von Hubertus Erbprinz zu Sachsen-Coburg (33) und Gotha mit seiner aus den USA stammenden Kelly Rondestvedt (34) ab. Die als Investmentbankerin arbeitende Tochter eines Marinepiloten hatten den Adelsspross und Rechtsanwalt 2007 in einem Restaurant in New York kennengelernt, wo beide leben.

Angezogen habe sie damals das nette Lächeln von Hubertus, wie die Braut vor einigen Tagen in einem Fernsehinterview offenbarte. Schließlich sei es ihr gelungen, die Telefonnummer des Deutschen herauszufinden. Erst viel später habe sie erfahren, dass dem Mann, in den sie sich verliebt hatte, als Namensbestandteil sogar die Bezeichnung “Prinz“ zusteht.

Das schwedische Königspaar kam 

Nach der kirchlichen Trauung in der Coburger Morizkirche fuhr das frisch vermählte Paar in einer offenen Kutsche durch die oberfränkische Stadt und winkte im Stil von Prinz Charles und Diana in die Menge. Und als wäre das alles noch nicht genug, ging auch noch der Traum vieler Adels-Verehrer in Erfüllung: Der schwedische König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia gaben sich tatsächlich die Ehre und kamen zur Hochzeit in Coburg persönlich vorbei.

Zuvor aber hatte der Brautvater Christian Robert Rondestvedt seine in weiße Seide und zarte Spitze gehüllte Tochter in der weißen, ordensdekorierten Gala-Uniform eines US-Marinepiloten vor den Traualter geführt - zu den Klängen des Präludiums in Es-Dur von Johann Sebastian Bach.

Die Gästeliste las sich wie ein Auszug aus dem Who-is-Who des europäischen Hochadels: Neben dem schwedischen Königspaar gaben sich auch Prinzessin Astrid von Belgien und Prinz Lorenz, Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe mit Ehefrau Nadja und Leopold Prinz von Bayern mit seiner Frau Uschi die Ehre. Unter die prominenten Festgäste mischten sich außerdem Erbprinzessin Elisabeth zu Löwenstein- Wertheim-Freudenberg und Ehemann Ludwig sowie “Kaffeekönig“ Albert Darboven mit Ehefrau Edda, eine geborene Prinzessin von Anhalt. Die Gästeliste mit den mehr als 400 Namen war zunächst streng geheimgehalten worden. Aber dass reichlich Prominenz auflaufen würde, war klar. Denn das Herzögliche Haus Sachsen-Coburg und Gotha ist dank historischer Verbindungen mit den Blaublütigen in Großbritannien, Spanien, Belgien und eben auch Schweden verwandt.

Hunderte Schaulustige säumten die Straßen

Nach der Trauung in der Morizkirche am Samstag zeigte sich das Paar dann den Bürgern der Stadt, die dem Adeligen und seiner bürgerlichen Angetrauten Glück wünschten. Vor dem blumengeschmückten Portal der Sandsteinkirche hatten sich mehrere hundert Schaulustige eingefunden, die einen Blick auf das Brautpaar und die Prominenz erhaschen wollten. Schwedens König Carl XVI. Gustaf und seine aus Deutschland stammende Frau, Königin Silvia - sie im hellblauen Kostüm, er im Cutaway - zogen dabei mindestens genau so viel Aufmerksamkeit auf sich wie Braut und Bräutigam.

Hunderte Schaulustige säumten die Straßen, als das Hochzeitspaar danach in der offenen, mit Blumengirlanden geschmückten Kutsche durch die Stadt fuhr, vorbei am Rathaus bis zur Ehrenburg. Dort standen zur Begrüßung mehrere Schützen Spalier. Salutschüsse waren zu hören, bevor sich Brautpaar und Gäste zu einem Empfang zurückzogen. Mit den engsten Familienmitgliedern und Freunden wurde später auf Schloss Callenberg weitergefeiert. Zu diesem Kreis zählten nach Angaben der Herzoglichen Hauptverwaltung immerhin noch 200 Freunde und Verwandte.

dpa

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