Christian Lacroix: Mode allein reicht nicht

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Macht jetzt in Theater: Der Modedesigner Christian Lacroix

München - Christian Lacroix ist einer der ganz großen Modedesigner, aber erfüllen tut ihn das nicht mehr. Was er gegen seine Langeweile macht und wie es die anderen Designer damit halten:

Um dem Stress in der Modewelt zu entgehen, brauchen Designer nach Ansicht von Christian Lacroix ein zweites Standbein. “Der Modezirkus macht dich früher oder später verrückt. Natürlich ist es wunderbar, im Scheinwerferlicht zu stehen und eine eigene Boutique zu haben. Aber wenn man clever ist, erkennt man irgendwann, dass das nicht genug ist“, sagte der 59-Jährige im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa in München.

Der Modeschöpfer, der sich nach der Pleite seines Unternehmens vor zwei Jahren von der Haute Couture verabschiedete, entwirft seitdem unter anderem Kostüme für das Theater. Am Sonntag feiert die Bellini-Oper “I Capuleti e i Montecchi“ mit 120 Kostümen des Meisters in München Premiere . “Ich habe mal Jean-Paul Gaultier gefragt, warum er nicht mehr Kostüme macht. Er sagte mir, dass er nicht interessiert sei. Seine Passion ist die Mode“, erzählte er.

Und auch bei dem exzentrischen Modeschöpfer John Galliano, der kürzlich wegen judenfeindlicher Sprüche von Dior entlassen wurde, habe er sich häufig gefragt, warum dieser nicht beispielsweise für die Oper arbeite. “Vor zwanzig Jahren hat meine Frau sehr oft in London gearbeitet. Er war dort Student und wir hatten gemeinsame Freunde. Heute leben Galliano und ich nur ein paar hundert Meter voneinander entfernt. Wir haben beobachtet, wie er Schritt für Schritt seit dem Tod seines engsten Mitarbeiters abbaute und sich in den Alkohol flüchtete.“

dpa

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