Wanderausstellung gibt Einblicke in Migrationsgeschichte der Deutschen aus Russland

Zwischen zwei Welten

Stimmungsvoll: Der Chor unter der Leitung von Wilhelm Möllney umrahmte die Ausstellungseröffnung im Kurhaus musikalisch. Foto: nh

Bad Hersfeld. Die Verständigung zwischen Einheimischen und Spätaussiedlern fördern: Das ist nur ein erklärtes Ziel des Bundesverbandes der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. Nun eröffnete Projektleiter Jakob Fischer gemeinsam mit der Kreisgruppe der Landsmannschaft im Bad Hersfelder Kurhaus eine Wanderausstellung, die noch bis Montag, 22. Juli, zu sehen sein wird.

Die Ausstellung ist dem 250. Jahrestag des Manifests der Zarin Katharina II. gewidmet. Katharina kam selbst als deutsche Prinzessin und Ehefrau des Thronfolgers nach Russland. Die Ausstellung zeigt einen Abriss der Migrationsgeschichte und Kultur der Deutschen aus Russland, deren Vorfahren ab 1763 dem Einladungsmanifest folgten und massenhaft nach Russland auswanderten. Die Nachfahren dieser Auswanderer kehrten in den 1980er und 1990er Jahren zum großen Teil wieder nach Deutschland zurück.

Probleme der Rückkehrer

Neben den zahlreichen Integrationserfolgen können sich die Ausstellungsbesucher auch über die Probleme der Rückkehrer in Deutschland informieren.

Die Stadtverordnete Antje Fey-Spengler sprach die Grußworte zur Ausstellungseröffnung. Die Chorgemeinschaft Gesangverein Sorga/Gesangverein Tann unter der Leitung von Wilhelm Möllney sowie der Frauenchor „Rjabinuschki“ unter der Leitung von Nelly Neufeld bewiesen mit ihren Liedvorträgen, dass Deutsche und Russlanddeutsche durch ihre gemeinsame Kultur und ihre Lieder eng verbunden waren. Die Sängerin Anna Voth aus Baunatal bereicherte die Veranstaltung zusätzlich.

Mit Vorträgen, Schaubildern und Tafeln wurde das wechselvolle Schicksal der Auswanderer illustriert und außerdem die Historie und die kulturellen Verknüpfungen der Russlanddeutschen mit dem riesigen Land Russland dargestellt. Der Film „Russlanddeutsche zwischen Zuversicht und Vorurteil“ wurde auf Großbildleinwand gezeigt.

Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es bei Projektleiter Jakob Fischer unter der Telefonnummer 0171/4034329 oder der E-Mail-Adresse fischer.russlanddeutsche@t-online.de. Auch Anmeldungen für Führungen sind hier möglich.

Eine weitere Ausstellung mit dem Titel: „250 Jahre russlanddeutsche Geschichte – Auswanderung, Blütezeit, Verfolgung, Rückkehr“ wird am Samstag, 6. Juli, ab 14 Uhr in der Wandelhalle des Kurhauses in Bad Hersfeld eröffnet. (red/esp)

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