Zwischen den Zeilen: Eine simple Antwort, Tipps und ein Wiederhören

Warum jetzt? Das war die Frage, die mir und meinen Kollegen durch den Kopf ging, als am Dienstag dieser Woche aus dem Bad Hersfelder Magistrat der Beschluss für eine Vertragsverlängerung mit Festspiel-Intendant Dieter Wedel gemeldet wurde.

Nicht nur, dass die gute Botschaft mitten im Bürgermeisterwahlkampf platziert wurde, sondern auch die noch ausstehende wirtschaftliche Bilanz für die Spielzeit 2016 sowie die noch offene finanzielle Ausstattung der Festspiele im Haushalt 2017 haben uns nachdenklich gemacht. Hätte also die Personalie Wedel nicht bis nach der Wahl und bis zur Vorlage der relevanten Zahlen Zeit gehabt? Nein, hatte sie nicht. Denn die Antwort auf die Eingangsfrage ist ganz simpel: Bis zum 31. August hatten sich Stadt und Wedel im Vertrag mit dem Intendanten eine Frist gesetzt, um über die Weiterbeschäftigung nach 2018 zu befinden. Formuliert und unterzeichnet wurde das Arbeitspapier allerdings vor fast zwei Jahren zu einer Zeit, als weder der Termin der Bürgermeisterwahl feststand noch von einer Verschiebung und Verlängerung der Spielzeit 2016 die Rede war.

René Kollo hat auch in Bad Hersfeld ein treues Publikum, das dem früheren Star-Tenor beim Abschiedskonzert in der Stiftsruine gerne in die Welt der Lieder und der Operette folgte. Leider blieben auf der Tribüne viele Plätze leer. Dabei hatte Kollo nicht nur auf die eigene Sangeskraft gesetzt, sondern mit der versierten Sopranistin Tatjana Charalgina eine ebenbürtige und absolut hörenswerte Partnerin zur Seite. Die mag übrigens manchem Zuhörer bekannt vorgekommen sein: Charalgina war zu Jahresbeginn schon bei der Operettengala des Chorvereins zu Gast in Bad Hersfeld.

Am kommenden Mittwoch findet in der Stadthalle das HZ-Forum zur Bad Hersfelder Bürgermeisterwahl statt. Beginn ist um 19.30 Uhr. Für viele Interessierte ist das die beste Gelegenheit, alle drei Kandidaten in einer kompakten Veranstaltung kennenzulernen und zu vergleichen. In diesem Zusammenhang werden wir als vermeintliche Insider immer wieder gefragt, wer denn unserer Ansicht nach am 11. September gewinnen wird.

Dazu nur so viel: Erfahrungsgemäß machen die Wähler im stillen Kämmerlein der Wahlkabine ihr Kreuzchen dort, wo sie möchten, und nicht etwa dort, wo es nach Meinung tatsächlicher oder selbsternannter Experten sein müsste. Eine Vorhersage ist also gerade bei den Bürgermeister-Direktwahlen in den meisten Fällen schwer bis unmöglich. Ich selbst habe mit meinen Tipps oft genug daneben gelegen, sodass ich mir eine weitere Fehleinschätzung ersparen möchte. Andererseits macht Tippen ja auch Spaß. Also, auch auf die Gefahr hin, eines Besseren belehrt zu werden, wage ich mal folgende Prognose: Die Entscheidung fällt gleich im ersten Wahlgang, es gibt keine Stichwahl.

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