Zwischen den Zeilen

Kali-Knatsch, Kandidaten-Kür und ein echter Fehling

Kai A. Struthoff

Das Kali-Revier kocht, die Kumpel sind sauer über die ständige Kritik an ihrem Arbeitgeber, aber sie sind auch verunsichert über die Zukunft von K+S. Wie gereizt die Stimmung im Werratal ist, davon haben bei der großen Podiumsdiskussion am Mittwochabend auch unsere Landtagsabgeordneten einen guten Eindruck bekommen.

Hohenrodas Bürgermeister Stenda hat sich dabei mit feinem Gespür für die Stimmung an der Basis als flammender Fürsprecher seiner Region hervorragend präsentiert. Die Botschaft von Hohenroda an Politik und Konzernleitung, ist eindeutig: Wir wollen endlich klar und verbindlich wissen, wie es im Revier weiter geht.

Noch einer will’s wissen: Karsten Vollmar nämlich, der jetzt offiziell seinen Hut als Herausforderer von Bürgermeister Thomas Fehling in den Ring geworfen hat. Vollmar ist ein Herschfeller Jung, was den Wähler hier ja ganz wichtig ist, er ist durch Schule, Politik und Sport gut vernetzt und hat sich im Kreistag immer wieder als eloquenter Redner präsentiert.

Obwohl seine SPD derzeit weder in der Stadt noch im Land besonders gut dasteht, gilt es zu bedenken, dass Kommunalpolitik nur selten Parteipolitik ist. Thomas Fehling hat also einen ernstzunehmenden Mitbewerber bekommen.

Die spannende Frage ist nun, was die CDU macht. Wir hatten aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen gehört, dass auch die Christdemokraten einen eigenen Kandidaten in petto haben. Alles andere wäre auch ein Armutszeugnis für die CDU, die zuletzt im Kreis mit ihren Kandidaten eine glückliche Hand beweisen hat.

Bis Anfang Juli müssten sie nun zu Potte kommen, dann läuft die Bewerbungsfrist aus. Und wer weiß, vielleicht taucht ja noch ein Überraschungskandidat auf, der so wie bei der letzten Wahl Michael Kreher zumindest Farbe in den Wahlkampf brachte.

Thomas Fehling muss jetzt beweisen, dass er der beste Mann für das Rathaus ist. Mit seinen Überlegungen für ein Festspiel-Fernsehen hat er eine interessant Idee präsentiert, die noch dazu ein echter Fehling ist – nämlich technisch und zukunftsorientiert. Für unsere Ruine eröffnet das ganz neue künstlerische Möglichkeiten. Intendant Dieter Wedel soll jedenfalls begeistert sein.

Wie aber das Hersfeld-Fernsehen und der Hessentag zusammenpassen, kann ich mir noch nicht ganz vorstellen – denn diese Veranstaltung lebt ja von großen Live-Konzerten und Menschenmassen. Da gibt’s sicher noch Diskussionsbedarf, aber ich lasse mich auch gern überzeugen.

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