Zwischen den Zeilen: Festspiel-News aus der Bahn und ein Austritt

Karl Schönholtz

Die Wochenkolumne von unserem Redakteur Karl Schönholtz: Intendant Dieter Wedel mag an böse Geister oder eine Verschwörung glauben, doch tatsächlich war es der pure Zufall, der mir jetzt zum zweiten Mal während einer Bahnfahrt zu handfesten Neuigkeiten über die Bad Hersfelder Festspiele verhalf.

Vor fast zwei Jahren hatte ich im Zug Helen Schneider erkannt und nach der Ankunft im Berliner Hauptbahnhof auf der Rolltreppe „überfallen“ und zu ihrem bevorstehenden Engagement für die „Cabaret“-Inszenierung 2015 befragt. Weil die Geschichte seinerzeit erstens noch nicht bekannt und zweiten vertraglich noch nicht fix war, hatte das bei Wedel & Co. für eine gewisse Unruhe gesorgt.

Nun ist es wieder passiert, als ich auf der Fahrt in die Hauptstadt mit einer Schauspielerin ins Gespräch kam. Sie erzählte mir ganz arglos von ihren Überlegungen, sich für das Musical „Titanic“ bei den Festspieln 2017 bewerben zu wollen. „Titanic“ - das war mir neu, da wurde ich hellhörig.

Meine Nachfrage bei der Pressestelle der Festspiele ergab verständlicherweise weder Bestätigung noch Dementi. Nur ein ganz großes Geheimnis kann die Intendanz aus ihren Plänen gar nicht machen, weil die Jobs frühzeitig ausgeschrieben werden müssen. Damit ist zumindest unter Insidern bekannt, was kommt. Und wenn sich dann noch im ICE ein nettes Gespräch entwickelt - siehe oben.

Bürgermeister Thomas Fehling ist kein Freund der Stiftsruine mehr. Kommentarlos hat er seinen Austritt aus der gleichnamigen Gesellschaft erklärt, wie uns deren Vorsitzender Helgo Hahn auf Anfrage bestätigt hat. Auch Hahn wollte zum Verlust des prominenten Mitglieds, mit dem er in letzter Zeit immer mal wieder über Kreuz lag, nichts sagen: „Die Tatsache ist Kommentar genug.“

Auffällig ist natürlich der Zeitpunkt des Austritts. Bis zu seiner Wiederwahl am 11. September hat Thomas Fehling noch in alle Richtungen gelächelt, jetzt scheint Schluss mit lustig zu sein.

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