Zwischen den Zeilen: Lieber gute Nachrichten 

Karl Schönholtz

Wo viele Menschen feiern und wo dann auch viel Alkohol getrunken wird, gibt es fast immer auch unschöne, bisweilen sogar erschreckende Begleiterscheinungen - fliegende Fäuste, grabschende Hände, blutige Nasen und dergleichen mehr. Solche Vorfälle trüben dann das Bild vom fröhlichen Miteinander, auch wenn sie unterm Strich vielleicht doch nur Einzelfälle sind.

Warum erwähne ich das? Weil die HZ wieder einmal als Multiplikator schlechter Nachrichten kritisiert wurde. Solche Berichte liest die Hersfelder Lolls-Gemeinde nicht gern, weil der Ruf eines Festes für alle Generationen darunter leiden könnte. Das ist leider wahr, aber es ist eben auch die Realität. Und an der kommt eine Zeitungsredaktion, die ihr Selbstverständnis nicht vorauseilend gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Interessen unterwirft, eben nicht vorbei.

Glauben Sie mir, keinem von uns würde es einfallen, ohne Not und Anlass negativ über das Lullusfest, die Festspiele, Stadt und Land zu schreiben. Aber genauso wenig sind wir dafür zu haben, alles durch die rosarote Brille zu betrachten. Die Abonnenten und Käufer am Kiosk bezahlen uns sogar dafür, dass wir genau das nicht tun.

Hier aber noch eine richtig gute Nachricht von Lolls: Stefan Kopetschek, Vorsitzender des Lullusfest-Vereins, hat die Idee, zum Motto „90 Jahre Feuermeister“ auch alle noch lebenden Vorgänger von Klaus Otto stilecht auftreten zu lassen, in die Tat umgesetzt: In Heimarbeit fertigte Kopetschek dreimal das schwarzrote Ornat mit aufgesticktem Stadtwappen an. Der vierfache Feuermeister: ein echter Hingucker.

Als am Dienstag dieser Woche das Freundschaftsabkommen mit Vertretern aus Malmesbury unterzeichnet wurde, befand sich auch der Mann im Sitzungssaal des Rathauses, der als allererster auf Abt Lullus als inhaltliche Verbindung zwischen beiden Städte hingewiesen hatte: Dr. Rolf Göbel, der ehemalige Erste Stadtrat. Der hatte Anfang der 80er Jahre während eines England-Urlaubs auch Malmesbury besucht und mir nachher für einen HZ-Bericht von seiner Entdeckung erzählt. Aus der zunächst angedachten Städtepartnerschaft wurde aber nichts, weil Malmesbury schon anderweitig liiert war. Die Sache geriet in Vergessenheit, bis sie England-Fan Sigmar Gleiser vor einigen Jahren wieder aufleben ließ. Aber wie heißt es so schön: Wer hat’s erfunden? Das war Dr. Göbel.

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