Zwischen den Zeilen

Von Kastanien- und Facebook-Erinnerungen

Kai A. Struthoff

Als September-Geborener wusste ich als kleiner Junge immer, dass mein Geburtstag naht. Wenn nämlich die Kastanien reif wurden und zu Boden fielen, dann gab es meist auch Geschenke.

Seit ich in Bad Hersfeld lebe, haben die Kastanien für mich natürlich eine ganz andere Bedeutung. Wenn überall die Kinder die rot-braunen Nussfrüchte sammeln, dann ist auch Lolls nicht mehr weit. Obwohl das Wetter-Wirr-Warr des vergangenen Sommers die gefühlten Jahreszeiten durcheinander gebracht hat, merkt man inzwischen morgens und abends den Herbst schon in der Luft. Und dann kommen auch bald die Schausteller in die Stadt!

An meinen Geburtstag erinnert mich inzwischen übrigens auch Facebook – und nicht nur mich, sondern viele mehr oder weniger Bekannte, die dann gratulieren. Das ist eine schöne Sache! Dass Facebook aber auch seine Schattenseiten hat, wurde in der vergangenen Woche vor Gericht klar. Dort wurden Facebook-Hetzer verknackt. Zu Recht! Wie schmal der Grat zwischen freier Meinungsäußerung, schlichter Blödheit und böser Hetze ist, darüber müssen immer öfter die Gerichte entscheiden. Vielleicht sollten sich viele vor dem „Posten“ einfach mal fragen, ob sie ihren Kommentar dem Betreffenden auch ins Gesicht sagen würden.

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