Hinter den Kulissen: Festspiel-Intendant Dieter Wedel und Sonja Kirchberger zu Gast bei „Volle Kanne“ im ZDF

Festspiel-Talk zwischen Wölfen und Handwerk

Schnell noch einen Kaffee im Hotel, dann geht es für Dieter Wedel zum ZDF.

Düsseldorf. Während es im Düsseldorfer Studio, in dem die ZDF-Sendung „Volle Kanne“ gedreht wird, schon geschäftig zugeht, schreibt sich Dieter Wedel im Hotel schnell noch einen kleinen Spickzettel, damit er ja keinen der prominenten Festspieler vergisst.

Denn die 65. Bad Hersfelder Festspiele wollten Wedel als Intendant und Regisseur des Festivals sowie Schauspielerin Sonja Kirchberger bei ihrem TV-Auftritt am Dienstag in den Mittelpunkt rücken.

Knapp anderthalb Stunden dauert die Live-Sendung mit Frühstück, die um 9.05 Uhr beginnt; den Aufwand dahinter sieht der Zuschauer nicht. Rund 60 Mitarbeiter umfasst das „Volle Kanne“-Team – vom Redakteur über den Techniker bis zur Maskenbildnerin. Von Montag bis Freitag wird gesendet, mit wechselnden Moderatoren und stets prominenten Gästen.

Für Dieter Wedel war es der siebte Besuch dort, für Sonja Kirchberger der erste. „Und das ist wirklich live und ich darf auch wirklich essen?“, hatte sie sich kurz vorher noch einmal bei Moderatorin Andrea Ballschuh versichert.

Am Abend angereist

Angereist sind Wedel und Kirchberger schon am späten Montagabend – er aus Bad Hersfeld, sie aus Berlin, gerade zurück von Mallorca. Nach einer kurzen Nacht im Hotel soll es gegen 7.45 Uhr zum Studio gehen, eigentlich. Denn bis Dieter Wedel samt der typischen Sonnenbrille die Lobby betritt, ist es fast 8 Uhr. „Warum tun wir uns das eigentlich an?“, fragt er und lacht.

Sonja Kirchberger ist derweil schon unterwegs, denn für die weiblichen Gäste planen die Fernsehmacher mehr Zeit in der Maske ein. An Wedels Haaren allerdings seien auch schon einige Profis verzweifelt, verrät Pressesprecherin Monika Liegmann grinsend. Auch Wedel selbst ist sich für einen Scherz über sein wirres Haupthaar nicht zu schade. Einen schnellen Kaffee und zwei Donuts später geht es los.

Einen Anruf der Redaktion hat Liegmann zwischenzeitlich mit „Wir sind unterwegs, ihr Lieben“ beantwortet. Die quirlige Blondine, die bereits seit 14 Jahren mit Wedel zusammenarbeitet, hat alle Termine im Kopf und alle wichtigen Telefonnummern im Handy. Trotz der Hektik und der unberechenbaren Arbeitszeiten macht ihr der Job Spaß. Die PR-Fachfrau weiß, wie wichtig Auftritte wie der bei „Volle Kanne“ sind. „Solche Sendungen haben einen großen Effekt, beim Publikum und bei Sponsoren. Das schafft Image. Und wenn wir deshalb zehn Karten verkaufen, hat es sich schon gelohnt.“ Eine Sendung wie „Volle Kanne“ sei eine „riesen Werbung für eine so schöne kleine Stadt“ wie Bad Hersfeld. Manche Medienmacher fragen von selbst an, aber in der Regel muss sich Liegmann anbieten. „Gute Kontakte in die Redaktionen sind ebenfalls wichtig“, sagt Liegmann. Vom Feuilleton bis zum Boulevard: „Der Mix muss stimmen.“

Ganz locker, als wären die vier großen Kameras gar nicht da, plauschen Wedel und Kirchberger zwischen Wolfshunden und Handwerkertipps über die Festspiele, aber auch Privates. Zwischendurch eilen die Maskenbildnerinnen mit Puder oder Fusselbürste herbei. Den Einspielfilm hat ein Team des ZDF-Landesstudios in der vergangenen Woche bei den Proben in der Stiftsruine gedreht.

Sekundengenau geplant

Alles ist ganz genau getimt. Der sechsseitige Ablaufplan ist sekundengenau. „Noch drei Minuten“, schallt die Stimme des Aufnahmeleiters durchs Studio. Auf dem Tisch stehen Brötchen, Obst und Kaffee. Monika Liegmann verfolgt die Sendung im Gästeraum. In der Handtasche von Sonja Kirchberger klingelt ein Handy. „Das war ein super Auftritt“, befindet Wedels Fahrer Jürgen Wagester, als die Sendung um 10.30 Uhr endet. Und auch Liegmann, Wedel und Kirchberger sind zufrieden. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. „Jetzt wird aber keine Werbung mehr gemacht“, scherzt Wedel. „Wir müssen schließlich auch mal proben.“ (nm)

Mehr lesen Sie in der HZ am Mittwoch

Kommentare