Evangelische Kreissynode beschäftigt sich mit Neu-Konzeption der Konfirmandenarbeit

Zwischen Freude und Frust

Neu gebaut und doch ein bisschen eng: „Glücklicherweise“ waren am Samstag nur 79 von 116 Kreissynodalen zur Herbstversammlung in das Bad Hersfelder Martin-Luther-Haus gekommen. Sie beschäftigten sich mit der Neu-Konzeption der Konfirmandenarbeit und verabschiedeten einstimmig den Rahmenplan Kirchenmusik des Kirchenkreises Hersfeld. Foto: Apel

BAD HERSFELD. Wie sollte die Arbeit mit Konfirmanden gestaltet werden, damit die Zeit bis zur Konfirmation jungen Christen etwas bringt, damit sie gerne zum Konfirmandenunterricht gehen und später Verantwortung in ihren Gemeinden übernehmen? Auf diese Fragen versucht der Entwurf der Neu-Konzeption der Konfirmandenarbeit in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), mit dem sich die Synodalen des evangelischen Kirchenkreises Hersfeld bei ihrem Herbsttreffen beschäftigten, eine Antwort zu geben.

Der Entwurf wurde erarbeitet von einem 14-köpfigen Beirat, dem die Studienleiter Pfarrer Hartmut Feußner und Pfarrerin Claudia Rudolff angehören. Beide waren am Samstag ins Bad Hersfelder Martin-Luther-Haus gekommen, um den Vertretern der Kirchengemeinden die wesentlichen Punkte des 88 Seiten starken „Nachschlagewerks“, das die Rahmenordnung aus dem Jahr 1988 ablösen soll, vorzustellen.

„Konfirmandenarbeit ist ein Erfolgsmodell mit Verbesserungspotential!“, erklärte Feußner. Angesichts der großen Veränderungen in der Lebenswelt, der Schule und in der Pädagogik sei es erforderlich, umfassend zu reagieren. Auch deshalb, weil Bischof Prof. Dr. Martin Hein das Jubiläumsjahr 2014 als „Jahr der Konfirmation“ ausgerufen habe.

Da der Entwurf erst zu Beginn der Synode verteilt worden war, konnten sich Pfarrer und Laienmitglieder lediglich in so genannten Murmelgruppen mit einigen grundlegenden Aspekten beschäftigen (siehe Hintergrund). In allen Kirchenvorständen soll jedoch weiterdiskutiert werden, wer mit wem, was wie lernen soll, was „zwischen Freude und Frust“ unverzichtbar ist, wie sich die Konfirmanden besser einbringen können, und wie die Arbeit mit mehr Qualität und Nachhaltigkeit geleistet werden kann. Angehende Konfirmanden dürfte auf jeden Fall freuen, dass der Entwurf „Konfirmandencamps“ mit Gruppen aus mehreren Gemeinden anstößt und dass er sich gegen verbindliche „Prüfungen“ im Gottesdienst ausspricht.

Rahmenplan Kirchenmusik

Einstimmig beschlossen die Kreissynodalen den neuen, vom Neukirchener Pfarrer Thomas Funk vorgestellten Rahmenplan Kirchenmusik. In ihm wird die Wichtigkeit und Vielfalt der haupt- und ehrenamtlich geleisteten Arbeit betont und festgelegt, dass sich der Kirchenkreis insgesamt 2,05 Kirchenmusikerstellen leistet: eine 100-Prozent-A-Stelle für Stadt- und Bezirkskantor Sebastian Bethge, eine 80-Prozent-B-Stelle für die Heimboldshäuser Kantorin Barbara Matthes und eine in Heringen zur Besetzung anstehende 50-Prozent-B-Stelle, die zu 25 Prozent vom Kirchenkreis refinanziert wird. Alle drei Musiker kümmern sich um die Ausbildung von Organisten.

Pfarrer Funk berichtete auch von der Landessynode. Den dort behandelten Gemeindemitglieder-Verlust untermauerte er mit Zahlen aus seinem Kirchspiel, in dem es 2011 39 Sterbefälle, aber nur 7 Taufen gab.

Mit der Wahl von Kantor Bethge wurde danach noch der „Findungsausschuss Dekan“ komplettiert, da Dekan Ulrich Brill 2013 in den Ruhestand tritt.

Von Wilfried Apel

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