Musikschüler spielen Werke Robert Schumanns

Zwischen Emotion und Schlichtheit

Vierhändig in perfektem Einklang: Christoph Gössel (links) und Julian Fischer bei der Interpretation von Schumanns „Bilder aus dem Osten“. Foto: Ute Janßen

Bad Hersfeld. Runde Geburtstage sind ein guter Anlass zum Feiern. Das gilt insbesondere dann, wenn der Jubilar so wunderbare Musik hinterlassen hat wie Robert Schumann, dessen 200. Geburtstag von Schülern und Lehrkräften der Musikschule mit einem Konzert gewürdigt wurde.

Zu hören waren neben Klavierwerken und Stücken für Streichensembles in verschiedener Besetzung auch einige der Lieder Schumanns. In ihnen wurde deutlich, wie meisterhaft der Komponist es verstand, poetische Texte so in Musik umzusetzen, dass diese eben nicht nur schlicht „vertont“ werden, sondern einen ganz eigenen künstlerischen Wert gewinnen.

Liedhafte Schlichtheit

Hierbei ist auch die Leistung der Sopranistin Annegret Seiler und ihrer Klavierbegleiterin Ilona Schumacher hervorzuheben. Vor allem in den Liedern aus dem „Liederkreis“, dem Texte Josef von Eichendorffs zugrunde liegen, gelang ihnen eine beachtliche interpretatorische Dichte ohne falsches Pathos mit genau dem Quäntchen liedhafter Schlichtheit, das diese musikalisch hoch anspruchsvollen Werke der Hochromantik so dringend brauchen.

Schumacher erwies sich auch als Klavierpartnerin von Jürgen Nothbaum als einfühlsame Begleiterin. Der Oboist interpretierte seinen Part in der Romanze op. 94 durchsichtig und ausdrucksvoll.

Wie breit das Spektrum der Klaviermusik Schumanns ist, wurde von Sören Eydt, Julian Fischer, Christoph Gössel, Quang Don Chau und Martin Janßen demonstriert, die sämtlich Schüler der Musikschule sind. Auch die jüngeren Interpreten waren dabei in der Lage, den besonderen Charakter der schumannschen Musik intuitiv zu erfassen und wirkungsvoll umzusetzen. Deutlich wurden die Kontraste zwischen liedhaft-zarten und emotional zupackenden Passagen.

Den Schluss- und Höhepunkt des runden und niveauvoll aufgebauten Konzertprogramms bildete das Klavierquintett op. 44, das von Wolfram Waldeck, Anastasia Boksgorn (Violine), Olaf Wald (Viola), Robert Forberger (Violoncello) und Wolfgang Möller (Klavier) intoniert wurde.

In den abwechslungsreich angelegten und interpretierten Sätzen zeichneten sich die Streicher mit warmem, brillantem Klang aus. Hervorzuheben ist auch die pianistische Leistung Wolfgang Möllers, der einmal mehr durch sein virtuoses und temperamentvolles Spiel zu beeindrucken wusste.

Dieses Konzert machte erneut klar, warum die Nachmittagskonzerte der Musikschule inzwischen eine Stammhörerschaft gewonnen haben, die weit über den Kreis der Schülereltern hinausreicht. (UJ)

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