Klinikum verhandelt mit dem Krankenhaus Alsfeld über eine Verflechtung der Häuser

Zweiter Anlauf für die Fusion

Das Kreiskrankenhaus in Alsfeld aus der Vogelperspektive: Nach einem ersten gescheiterten Anlauf in 2009 wird nun erneut über eine Fusion mit dem Klinikum in Bad Hersfeld beraten. Foto: KKH Alsfeld

Bad Hersfeld. Das Klinikum Hersfeld-Rotenburg und das Kreiskrankenhaus Alsfeld im Vogelsbergkreis verhandeln wieder über eine Fusion beider Häuser. Das bestätigte der Geschäftsführer des Klinikums, Martin Ködding, gegenüber unserer Zeitung.

Im November 2009 war ein erster Anlauf des damaligen CDU-Landrates Rudolf Marx zur Verflechtung der beiden Häuser am Votum des Kreistages im Vogelsbergkreis gescheitert. Jetzt unternimmt der neue Landrat Manfred Görig (SPD) einen neuen Fusionsversuch und erhält dabei offenbar auch Rückendeckung aus Hersfeld-Rotenburg.

Zwischen beiden Kliniken gab es bereits intensive Gespräche. Gestern wurden dem Vernehmen nach die Fraktionsvorsitzenden des Kreistages Hersfeld-Rotenburg informiert. Grundsätzlich soll Interesse an der engen Zusammenarbeit bestehen, heißt es aus verlässlicher Quelle.

Allerdings ist das Krankenhaus Alsfeld mit seinen rund 600 Beschäftigten wirtschaftlich schwer angeschlagen. Ein Gutachter der Beratungsfirma Andree Consult soll einen Sanierungsbedarf in zweistelliger Millionenhöhe attestieren.

Im November wird der Kreistag im Vogelsberg über die Fusion der Krankenhäuser beraten. „Wir warten jetzt dieses politische Votum ab, um dann auf einer sicheren Grundlage weiterzuberaten“, sagt Martin Ködding. Er weiß, dass es ein schwieriges Unterfangen für die politisch Verantwortlichen ist, die Regie für das eigene kommunale Krankenhaus abzugeben.

Andererseits gehe es darum den Standort Alsfeld und die medizinische Versorgung der Region zu sichern – und zwar in kommunaler Trägerschaft, zitiert die Oberhessische Zeitung den Sprecher des Vogelsbergkreises Erich Ruhl.

Bereits jetzt gebe es eine gut funktionierende medizinische Kooperation zwischen beiden Häusern, berichtet Ködding. Internisten, Kardiologen, Neurologen und neuerdings auch Chirurgen arbeiten eng zusammen.

Keine Schuldenübernahme

Dennoch stellt Ködding klar, dass eine Verflechtung, die durch eine gegenseitige Anteilsübernahme vollzogen werden könnte, nicht die Verbindlichkeiten des Alsfelder Hauses beinhalte. „Wir können nicht die Schulden eines anderen Krankenhauses übernehmen.“ Dennoch sei man seitens des Klinikums weiterhin sehr an einer Verflechtung interessiert.

Sollte der Vogelsbergkreis zustimmen, muss auch der Kreistag Hersfeld-Rotenburg entscheiden. Das könnte im Anfang nächsten Jahres geschehen.

„Wir sollten die Entscheidung nicht auf die lange Bank schieben“, sagt Ködding

Von Kai A. Struthoff

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