Zustimmung zur Idee der Vereinheitlichung

Im Zweifel hilft die Leitstelle weiter

Hersfeld-Rotenburg. „Man kann nichts falsch machen, wenn man die bisher bekannte Nummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst wählt“, betont Dieter Pfaff, der beim Kreis für Brandschutz und Rettungswesen zuständig ist, und mit dem wir über die neue bundesweite kostenlose Nummer 116 117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst sprachen.

Im Zweifelsfall könne man die Zentrale Leitstelle unter 112 anrufen. Dort bekomme man auch Hilfe, wenn es sich nicht um eine lebensbedrohliche Situation handele. „Wir entscheiden dann, ob es sich um einen Notfall handelt, der Rettungsdienst kommen muss oder der ärztliche Bereitschaftsdienst zuständig ist“, erklärt Pfaff weiter. Über wechselnde Telefonnummern der ärztlichen Bereitschaftsdienste sei man nicht glücklich. Wenn die Nummer 116 117 einmal funktioniere, sei das eine Erleichterung, aber das werde noch dauern.

Auch Dr. Martin Ebel (Bad Hersfeld) meinte, wenn die Nummer 116 117 nicht gleich rundlaufe, sei das kein Nachteil für die Bevölkerung, die ja die Telefonnummern der ärztlichen Bereitschaftsdienste kenne, die bestehen bleiben. Die neue 116 117 sei eher eine Erleichterung, etwa für Touristen, sagen Dr. Ebel und sein Kollege Dr . Wilfried Rank (Rotenburg). Dieser erwartet mit der neuen Nummer zunächst eher Verunsicherung, „aber die Idee der Vereinheitlichung ist gut“.

Von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen erklärte Cornelia Kur, man arbeite an einer Reform des ärztlichen Bereitschaftsdienstes, um die ambulante Versorgung sicherzustellen. Dabei favorisiere man Zentralen, auch um künftig noch junge Ärzte in die ländlichen Gebiete zu bekommen. Für diese sei die Zahl der Bereitschaftsdienste ein wichtiges Kriterium.

Eingeführt wird die einheitliche Rufnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Bislang ist der Dienst in Deutschland unter mehr als 1000 unterschiedlichen Nummern zu erreichen, heißt es vonseiten des KBV, jährlich werden 3,9 Millionen Patienten behandelt. Die neue Rufnummer 116 117 sei ein großer Fortschritt und beende das Wirrwarr, sagte der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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