Hans Hantke und Bernd Budzik moderieren im 36. Jahr Sport & Show

Zwei ziehen’s durch

Ganz groß im Zusammenspiel: Bernd Budzik (links) und Hans Hantke beim Gespräch vor Sport & Show. Rechts: Das Moderatorenduo während ihrer Auftritte 2006. Fotos: Strecker, Archiv

Bad Hersfeld. Wenn es nur nach Bernd Budzik ginge, wäre 2010 das letzte Jahr, in dem er als Butler bei Sport & Show auf der Bühne steht. Aber das lässt Hans Hantke, die andere Hälfte des Moderatorenduos, nicht zu. Als Budzik zum ersten Mal in den langsam legendären Frack geschlüpft ist, der ihn zu Butler James macht, schlackerte das Kostüm überall am Körper. „Der Anzug gehörte eigentlich dem Opa meiner Frau. Damals habe ich gesagt, dass ich aufhöre, wenn er nicht mehr passt. Was soll ich sagen? Er kneift“, sagt Budzik.

„Ach was. Dann legen wir eben alle zusammen und kaufen dir einen neuen. Außerdem geht da noch was. Er wurde doch erst dreimal weiter gemacht“, sagt Moderator Hans Hantke und lacht vor sich hin. Der 66-jährige Budzik nickt und grinst. Das Ganze wirkt wie ein Schlagabtausch, der sich schon etliche Male so abgespielt hat.

Bevor die Show losgeht, die 1975 als Sportpresseschau in Hohenroda begann, tritt bei Budzik, Hantke und dem zehnköpfigen Organisationsteam schon mal der Schweiß auf die Stirn. Nicht ohne Grund, schließlich haben sie in den vergangenen 36 Jahren auch die eine oder andere Panne erlebt: Artistikgruppen, die im Stau stecken geblieben sind. Sportler, die bei der Stellprobe nicht mehr von der Bühne gingen oder kurz vor der Show noch einen eigenen Bus inklusive Fahrer brauchten. Auch Veganer, die allein schon bei dem Gedanken an Fleisch die Nase rümpften, sind schon aufgetreten und wurden hinter den Kulissen verpflegt.

Wie riesig der Organisationsaufwand am Obersberg ist, sehen die 1700 Gäste nicht, die zu jeder der vier Shows in die Turnhalle strömen. „Wir müssen hier jeden einzelnen Stuhl, jede einzelne Lampe herauf und wieder hinunterkarren“, sagt Hantke, der lange die HZ-Sportredaktion leitete. Da sei es gut, ein so motiviertes Team hinter sich zu haben.

Gags in letzter Minute

Und während andere sich um den Aufbau, Unterkunft für die Künstler, Essen und so weiter kümmern, grübeln Hantke und Budzik über der Auswahl der Künstler, Choreographie und Co. „Da ist es auch schon vorgekommen, dass wir uns am Abend vorher bei einem Bier hingesetzt und überlegt haben, welche Gags wir bringen“, sagt Budzik. „Wir hatten zum Beispiel schon den Elchtest oder die Darmgrippe“, fügt Hantke hinzu. „Und ich werde immer darauf angesprochen, als ich mal auf einem fahrbaren Klo sitzend in die Halle gefahren bin“, so Bernd Budzik.

Manchmal greifen die beiden aber noch tiefer in die Trickkiste. Von Freunden aus der Sächsischen Artistenschule hatten sie einen Zaubertrick gelernt, bei dem der eine den anderen in einer Kiste verschwinden lassen sollte. „Bei der Probe bin ich dann aus der Kiste herausgefallen und lag vor dem Zaubertuch“, so Hantke. „Und alle Teilnehmer, die es gesehen haben, kriegten sich gar nicht wieder ein“, sagt Budzik und lacht.

Im Lauf der Jahrzehnte hat das Moderatorenduo schon vielen Olympiasiegern, Weltmeistern, Europameistern, Artisten, Zauberern und Musikern die Hand geschüttelt. Aber der schönste Moment während jeder Show sei immer noch die erste Reaktion des Publikums. Das kribbelige Warten, flatterige Raunen, der erste Applaus. Dann atmen die beiden durch, entspannen. Und genießen es.

Von Judith Strecker

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