Wohnsitzloser aus dem Kreisgebiet am Scheideweg: Sicherheitsverwahrung droht

Zwei Strafen für Serientäter

Bad Hersfeld. Er ist erst 22 Jahre alt, doch in seinem Vorstrafenregister stehen bereits 16 Einträge. Seit gestern sind es noch zwei mehr, denn das Schöffengericht des Bad Hersfelder Amtsgerichts verurteilte den wohnsitzlosen jungen Mann wegen einer ganzen Reihe von weiteren Taten zu Freiheitsstrafen von einen Jahr und neun Monaten sowie von einem Jahr und sechs Monaten, die jetzt nacheinander verbüßt werden müssen.

Räuberische Erpressung, Körperverletzung, Bedrohung, Beleidigung und ähnliches umfasst das Repertoire des Angeklagten, der zuletzt im nördlichen Kreisteil auffällig wurde. So hatte er sich beispielsweise in Bebra einen Mann ausgeguckt, den er gleich mehrere Male drangsalierte, indem er ihm unter Androhung von Gewalt Geld abnahm.

„Das hat einmal geklappt, warum sollte ich dann beim nächsten Mal jemand anders einschüchtern?“ gab der 22-Jährige gestern unumwunden zu, wie er überhaupt sämtliche Vorwürfe im Wesentlichen eingestand. „Ich brauchte das Geld für Drogen“, lieferte er das Motiv gleich mit.

Schlimmster Vorwurf war allerdings der handgreifliche Streit mit seiner Halbschwester in Nentershausen, bei dem eine Glastür zu Bruch ging und die Frau eine Schnittwunde dicht an einem Auge erlitt.

Nicht Drogen und Alkohol, die bei den Taten teilweise eine Rolle gespielt hatten, stimmte das Gericht am Ende milde, sondern das Geständnis und die Tatsache, dass der Angeklagte in schwierigen familiären Verhältnissen aufwuchs. „Ich habe mich immer abgeschoben gefühlt“, sagte er.

Dass der junge Mann im Moment der Sicherheitsverwahrung, also dem dauerhaften Leben hinter Gittern, näher ist als einem geregelten Leben, ist ihm bewusst. Die Strafhaft will er nutzen, um seine Süchte zu bekämpfen und einen Beruf zu erlernen.

Die Verhängung von zwei verschiedenen Strafen erklärt sich dadurch, dass die zeitlich frühesten Anklagepunkte mit einem Urteil aus Kassel verbunden werden mussten, in dem es um Straftaten aus diesem Zeitraum ging. Das Hersfelder Urteil, das laut Richter Elmar Schnelle in der Summe leicht auch mehr als doppelt so hoch hätte ausfallen können, wurde im allgemeinen Einverständnis sofort rechtskräftig.

Von Karl Schönholtz

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