Neue Kläranlage der Gemeinde Neuenstein in Gittersdorf vorgestellt – Tag der offenenTür

Aus zwei mach eins

Nicht etwa einen Schnaps hatte Kay Brunnert von der Kläranlagen-Baufirma HST aus Dresden (Dritter von links) an Ortsvorsteher Albert Kempf, Bürgermeister Walter Glänzer, Kreisbeigeordneten und Gemeindevertreter Reiner Emmerich (von links) serviert, sondern einen Testschluck Wasser aus dem Zulauf (unser Bild) sowie aus dem Ablauf der Kläranlage. Letzteres war klar und rein. Fotos: Zacharias

Gittersdorf. Einige seiner grauen Haare, davon ist Bürgermeister Walter Glänzer überzeugt, sind dem Projekt Kläranlage geschuldet. Nach langer Planungs- und dann schließlicher zügiger Bauzeit wurde das Großprojekt am Samstag erst offiziell eingeweiht und dann bei einem Tag der offenen Tür der Bevölkerung vorgestellt.

Die Kläranlage sei eines der größten Einzelprojekte, die es in der Gemeinde Neuenstein in ihrer 40-jährigen Geschichte gegeben habe, erläuterte Glänzer. Mit den ersten Planungen wurde im Jahr 2008 begonnen. Damals wurde deutlich, dass beide Kläranlagen in Aua und Gittersdorf nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften in Bezug auf Abwasserreinigung genügten. Nach ausführlicher Prüfung verschiedener Möglichkeiten, also Erneuerung der vorhandenen Kläranlagen, Anschluss an die Kläranlage der Stadt Bad Hersfeld oder Bau einer neuen Anlage für das ganze Gemeindegebiet entschloss sich das Parlament schließlich noch im Jahr 2008 für die Zusammenführung der Anlagen in Gittersdorf.

Das Ergebnis der Planungen sei dann erst einmal ein Schock gewesen, erinnert sich Walter Glänzer. Über vier Millionen sollte die neue Kläranlage kosten, und zwar ohne Stauraumkanal, Verbindungsleitung und Ingenieurleistungen.

Also wurde neu überlegt, wurden weitere Informationen gesammelt und neu geplant. Wichtig war dem Bürgermeister und der Gemeindevertretung dabei, nicht nur die Einmaligen Bau-, sondern vor allem die laufenden Betriebskosten im Auge zu haben.  „Kläranlagen sind Stromfresser“, weiß Walter Glänzer. Sie verursachten 30 bis 40 Prozent der Stromkosten einer Gemeinde. Also galt es auch hier, eine Technik zu wählen, die mit möglichst wenig Energie auskommt und trotzdem gute Ergebnisse liefert. In Neuenstein wurde zum Beispiel auf Rührwerke verzichtet. Stattdessen wird das Wasser von großen Gebläsen in Bewegung gesetzt.

Kosten von 2,9 Millionen Euro

Insgesamt, also inklusive der Verbindungsleitung, einer Pumpenstation in Aua, eines neuen Feinrechens mit Gebäude in Gittersdorf, des Stauraumkanals und eben der neuen Kläranlage hat das Projekt die Gemeinde jetzt 2,9 Millionen Euro gekostet. Mehr als zwei Millionen wurde im Vergleich zur ursprünglichen Planung eingespart.

Sehr zufrieden war man in Neuenstein mit den Leistungen und der Zusammenarbeit mit den Ingenieurbüros Müller und Rauschenbach, der bauausführenden Firma HST aus Dresden, aber auch mit dem Engagement der Unteren Wasserbehörde, die das Projekt von Anfang an begleitet habe, erklärte Glänzer.

Zufrieden ist er auch mit dem Reinigungsgrad des Wassers, das die Kläranlage in Trinkwasserqualität verlässt. „Wir filtern alles raus, was nach derzeitigem Stand der Technik rauszufiltern ist“, betonte der Bürgermeister. Da fanden sich dann auch problemlos einige Freiwillige, die einen Schluck des geklärten Wasser kosteten.

Von Christine Zacharias

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