Die Angeklagten hatten es auf die Geldbörse eines 17-jährigen Bekannten abgesehen

Haft und Bewährung für zwei junge Männer nach Überfall

+
Statue Justitia - Weniger Verfahren vor Gerichten

Bad Hersfeld. Mit einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten hat das Schöffengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld den Raubüberfall geahndet, den ein 25-jähriger Mann aus Bebra am 4. Oktober vergangenen Jahres gemeinsam mit einem drei Jahre jüngeren Komplizen begangen hatte. Dieser wurde zu einem Jahr und sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Der Fall war einer fürs Kuriositätenkabinett: Das spätere Opfer des Überfalls, ein 17-Jähriger aus Wildeck, hatte aus dem Tresor seines Arbeitgebers 2000 Euro gestohlen, mit dem Geld über die sozialen Netzwerke geprotzt und Bekannte zum Feiern eingeladen. Mit den beiden Bebraern sollte es zu einer Drogenparty nach Eisenach gehen.

Die chronisch klammen Begleiter des 17-Jährigen hatten bereits im Vorfeld beschlossen, die prall gefüllte Geldbörse an sich zu bringen. Weil der junge Krösus auf der Party aber weder Tabletten schmiss noch übermäßig trank, allmählich misstrauisch wurde und sich schließlich in ein Taxi nach Hause setzte, mussten sich seine Begleiter etwas Neues einfallen lassen.

Per Handy-Nachricht überredeten sie den Lehrling zu einem weiteren Treffen in Gerstungen. Dort sammelte ihn der 22-Jährige ein und fuhr auf einen dunklen Parkplatz bei Obersuhl, wo bereits der zweite, mittlerweile vermummte Räuber wartete. Für den 17-Jährigen setzte es gleich beim Aussteigen heftige Faustschläge, und das Portemonnaie wurde ihm abgenommen.

Die Angeklagten – beide vorbestraft – waren im Wesentlichen geständig und reuig. Während die Strafe des Jüngeren zur Bewährung ausgesetzt wurde, hatte der 25-Jährige diese Chance durch seine Beteiligung an dem Überfall verspielt. Die Tat wurde nur zwei Wochen vor einer Gerichtsverhandlung wegen anderer Taten begangen. Richter Michael Krusche zeigte sich „fassungslos“ und sprach vom „Ende der Fahnenstange“. Aus dem alten und dem neuen Urteil wurde eine Gesamtstrafe gebildet. (ks)

Kommentare