Staatsanwalt: „Das Dreckszeug ist gefährlicher als Heroin"

Zwei Jahre auf Bewährung für Crystal Meth-Dealer 

Bad Hersfeld. Die „Teufelsdroge“ Methamphetamin (Crystal Meth) hatte ein 29-jähriger Dealer aus Wildeck im Angebot, der sich am Mittwoch vor dem Schöffengericht des Bad Hersfelder Amtsgerichts verantworten musste. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt

Das Dreckszeug ist gefährlicher als Heroin“, sagte Staatsanwalt Harry Wilke. Methamphetamin mache schnell abhängig und bewirke einen rapiden körperlichen Verfall. Noch ist die leicht herzustellende Droge, die aus Tschechien über Thüringen ins Kreisgebiet gelangt, bei uns eher selten. Doch in den Grenzregionen zum Nachbarland ist Crystal Meth bereits ein großes Problem.

Selbst konsumiert hatte der Angeklagte die „Teufelsdroge“ jedoch nicht. Er bediente sich aus dem Rest seines Sortiments von Amphetaminpulver, Extacy-Tabletten und Cannabis-Produkten. Dass bei den nicht geringen Mengen, die bei ihm im Laufe des vergangenen Jahres bei diversen Durchsuchungen sichergestellt wurden, auch der Weiterverkauf eine Rolle spielte, versuchte der geständige Wildecker gar nicht erst zu bestreiten.

Für den Lagerarbeiter ging es am Mittwoch alleine um die Frage, ob er nach einer einschlägigen Vorstrafe und der Tatsache, dass er immer wieder auffällig wurde, die Chance der Bewährung erhalten würde. Die gab es trotz großer Bedenken (Wilke: „Ich tue mich schwer“) und nur unter strengen Auflagen: Schon bis nächste Woche muss der 29-Jährige seine Besuche bei der Drogenberatung und einen aktuellen Drogentest vorlegen. Sonst drohen ihm zwei Jahre hinter Gittern.

In der gestern von Richter Michael Krusche und den beiden Schöffen verhängten Strafe sind auch Verurteilungen wegen Polizistenbeleidigung („Vollpfosten“) sowie wegen Fahrens ohne Führerschein und unter Drogen enthalten. Einmal wurde der Wildecker auf einem Mofa erwischt, das statt der erlaubten 25 km/h sogar 91 Sachen schaffte.

Sein Verteidiger, der Bad Hersfelder Rechtsanwalt Jochen Kreissl, hätte das Urteil an sich sofort akzeptiert, doch auch er will heute mit seinem Mandanten erst einmal überprüfen, ob sich der Wildecker tatsächlich so konsequent von Rauschgift und Szene losgesagt hat, wie er im Gerichtssaal Glauben machen wollte.

Von Karl Schönholtz

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