Interview im Riesenrad: Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling und seine Lebensgefährtin Gabriele Schäfer

Zwei Herschfeller im 7. Himmel

Sie schweben im 7. Himmel über Bad Hersfeld: Bürgermeister Thomas Fehling und seine Lebensgefährtin Gabriele Schäfer äußern sich im HZ-Interview erstmals über ihre Beziehung und ein Leben unter ständiger Beobachtung. Foto: Kai A. Struthoff

Bad Hersfeld. „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“, sang weiland Jürgen Marcus. Wenn dann noch ein neuer Job dazu kommt, kann es stressig werden. So wie bei Thomas Fehling, der seit 22 Monaten Bürgermeister von Bad Hersfeld ist und fast zeitgleich mit Gabriele Schäfer eine neue „First Lady“ fand. Kai A. Struthoff traf die beiden zu einem exklusiven Doppelinterview im Riesenrad.

Frau Schäfer, Herr Fehling, Sie sind beide echte Herschfeller. Hier gibt es ja sogar sechs Jahreszeiten, die vier normalen, die Festspiele und Lolls. Welche gefällt Ihnen am besten?

Thomas Fehling: Ganz klar die Lolls-Zeit.

Gabriele Schäfer: (überlegt) Ich mag jede Jahreszeit, Lolls ist etwas Besonderes, aber eigentlich mag ich als begeisterte Skifahrerin den Winter am Liebsten.

Herr Fehling, Sie haben in Ihrer Lollsrede unsere Zeitung zitiert, unsere Beobachtung, wie sie im vergangenen Jahr eine Kastanie ins Feuer geworfen haben. Das war sehr sympathisch. Was bedeutet es Ihnen, gerade zu dieser Zeit Bürgermeister Ihrer Heimatstadt zu sein?

Fehling: Es ist ein großartiges, sensationelles Gefühl. Es erfüllt mich mit Stolz und Dankbarkeit, dass ich das machen darf. Ich hatte das mit der Kastanie nicht geplant, sondern das kam aus dem Bauch heraus. Deshalb habe ich es in diesem Jahr wieder gemacht.

Ein neuer Job und eine neue Liebe, wie bringt man das unter einen Hut?

Fehling: Das ist eine ordentliche Herausforderung. Aber ich habe die Frau für mein Leben gefunden, und da funktioniert das prima.

Ihnen, Frau Schäfer, war die Rolle als „First Lady“ zunächst etwas suspekt. Wie gehen Sie jetzt damit um?

Schäfer: Ich hoffe doch deutlich souveräner. Ich begleite Thomas inzwischen ganz gern zu seinen Terminen.

Sie kennen sich ja schon aus der Schule. Wie kommt es, dass Sie erst jetzt zusammengefunden haben? Spielte da womöglich die „Erotik der Macht“ eine Rolle, Frau Schäfer?

Schäfer (lacht) Nein, definitiv nicht. Viel wichtiger waren die funkelnden Augen, als wir beide vom Pulverschnee-Skifahren geschwärmt haben.

Begegnen Ihnen die Menschen jetzt anders, weil Sie wissen, dass Sie die Frau vom Bürgermeister sind?

Schäfer: Das kommt leider vor, aber ich mag es nicht, meine privaten Kontakte auszunutzen. Ich finde, jeder sollte seine Ziele aus eigener Kraft erreichen. Das habe ich immer so gemacht, und halte das jetzt auch in unserer Beziehung so.

Macht es sich bei Ihren Freunden und Bekannten auch bemerkbar, dass Sie jetzt nicht mehr der Thomas, sondern Herr Bürgermeister sind?

Fehling: Ja, und zwar in beide Richtungen. Viele haben vor dem Amt großen Respekt, denen fällt es oft sogar schwer, mich weiter zu duzen. Es gibt aber auch Leute, die meinen, der alte Kumpel von früher kann doch jetzt mal was für einen tun – etwa einen Job besorgen. Da würde ich mir schon etwas mehr Distanz und eine Trennung zwischen Person und Funktion wünschen.

Sie stehen unter Dauerbeobachtung, und jeder hat eine Meinung und oft auch harsche Kritik zu dem, was Sie tun oder nicht tun. Schmerzt das?

Fehling: Viele glauben offenbar, den Bürgermeister gut zu kennen, nur weil wir uns früher mal unterhalten haben. Ich vertrete einen modernen, offenen Führungsstil, mit dem mancher offenbar nicht so ganz klar kommt. Man ist anderes gewohnt. Es ist schon eine Umstellung, dass wirklich alles auf einer Bühne stattfindet. Aber ich nehme das Risiko in Kauf, auch mal anzuecken. Man kann’s nicht allen recht machen.

Hier aus dem Riesenrad hat man einen guten Überblick, Weitblick. Ziehen wir ein kurzes Resümee: Was haben Sie bisher richtig, was haben Sie falsch gemacht?

Fehling: Ich habe viele Veränderungen angestoßen, die vielleicht unspektakulär erscheinen aber sich positiv auswirken: Zum Beispiel was den Umgangston und die Zusammenarbeit angeht – es gibt viel mehr Miteinander als früher. Ich bin für die Mitmachstadt angetreten, deshalb ist das sehr wertvoll. Andererseits hätte ich wohl an der einen oder anderen Stelle schneller und resoluter durchgreifen müssen, früher Kante zeigen oder die Reißleine ziehen müssen. Das ändert aber nichts an meiner Zielsetzung und Entschlossenheit.

Stichwort früher handeln: So ein Riesenrad wäre doch eigentlich auch ein schöner Ort zum Heiraten, oder?

Schäfer: Interessanter Gedanke!

Fehling: Das wird in diesem Jahr aber nicht mehr passieren. Machen wir einen Schritt nach dem anderen, das Riesenrad kommt ja in zwei Jahren wieder. Schauen wir mal.

Kommentare