Opernfestspiele 2014: Johannes Wollrab und Markus Miesenberger singen in „Cosi“

Zwei, bei denen es passt

Singen bei den Opernfestspielen Gugliemo und Ferrrando in „Cosi fan tutte“: Johannes Wollrab (links) und Markus Miesenberger. Im Zusammenspiel spornen sie sich gegenseitig an. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Johannes Wollrab ist Wiederholungstäter, Markus Miesenberger hat über seine Agentur zum ersten Mal den Weg zu den Bad Hersfelder Opernfestspielen gefunden. „Das war vielleicht Schicksal“, sagt der Tenor lachend.

In Mozarts „Cosi fan tutte“ stehen die beiden Sänger als Gugliemo (Wollrab) und Ferrando (Miesenberger) gemeinsam auf der imposanten Bühne der Stiftsruine und beweisen komisches Talent.

Tipps vom Kollegen

Als bereichernde und inspirierende Erfahrung bezeichnet „Neuling“ Miesenberger das Engagement in Bad Hersfeld, wo bei Wind und Wetter gesungen werden muss. Tipps konnte sich der 35-jährige Wiener bei seinem Kollegen aus Dresden holen. Wollrab war bereits von 2008 bis 2011 dabei – unter anderem als Barbier von Sevilla – und weiß, was man bei schlechtem Wetter drunter zieht und wo die trockenen Plätze auf und unter der Bühne sind.

Sich auf den anderen einzustellen und zueinander zu finden sei im Ensemble immer eine Herausforderung, vor allem wenn man sich nicht kennt. Bei ihnen habe es aber gleich gut gepasst, versichern Wollrab und Miesenberger, die als Gugliemo und Ferrando in Verkleidung die Treue ihrer Frauen auf die Probe stellen wollen und am Ende von Eifersucht geplagt werden.

Das Agieren als Duo habe durchaus seine Vorteile. „Man kann sich gegenseitig pushen und Energie geben“, erklärt Miesenberger. „Und wenn etwas schief geht, ist immer der Kollege schuld“, ergänzt Wollrab lachend.

Oper müsse nicht immer ernst sein, wenngleich es bei den bekannten Opern von Verdi oder Wagner natürlich nicht viel zu lachen gebe. „Ich spiele häufig und gerne heitere Rollen“, sagt Wollrab über seine Partie in „Cosi fan tutte“, die trotzdem einen ernsten Hintergrund habe. „Ein bisschen Wiener Schmäh reinzubringen“ versucht Miesenberger, der sich in komischen Partien ebenfalls nicht unwohl fühlt.

Johannes Wollrab hat in jungen Jahren im Dresdener Kreuzchor gesungen und nach dem Abitur zunächst Orgelbauer gelernt. „Ich wollte Musik und Handwerk verknüpfen. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass es ohne praktische Musik nicht geht“, so der 38-jährige Bariton. Über verschiedene Projekte habe sich seine Karriere dann glücklich gefügt.

Markus Miesenberger ist ausgebildeter Geiger. „Als Teenager habe ich stundenlang geübt“, berichtet er. Über die Begleitung verschiedener Opernproduktionen kam er schließlich zum Gesang. „Es ist toll auf der Bühne zu stehen und Opern zu singen“, sagt der lyrische Tenor. Trotzdem versuche er als Sänger breit aufgestellt zu bleiben, das sei auch für die Stimme gut.

Als freischaffende Künstler ohne festes Engagement, mit wechselnden Aufgaben und vielen Freiheiten fühlen sich beide Männer wohl. Auch die Leidenschaft für Sport eint sie. Nur in einem haben sie in Bad Hersfeld nicht zusammen gefunden: Einer fährt gern Rad, der andere zieht Laufen vor. Zu den Personen

Von Nadine Maaz

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