Bad Hersfelder Stadtparlament zum geplanten Bahnhofs-Verkauf und Durchsagen am Bahnsteig

Zwei Appelle an die Deutsche Bahn

Die Dampflok pfeift, doch vor durchfahrenden Güterzügen und ICEs wird im Bahnhof Bad Hersfeld nicht mehr gewarnt. Dagegen hat die Stadtpolitik jetzt protestiert. Foto: Archiv

Bad Hersfeld. Mit zwei Resolutionen hat die Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung Probleme am örtlichen Bahnhof thematisiert: Zum einen sprechen sich die Parlamentarier auch bei dem von der Deutschen Bahn beabsichtigten Verkauf des Bahnhofsgebäudes für den Erhalt von Wartehalle und Reisezentrum aus. Und zum anderen fordern sie, dass durchfahrende Züge auch weiterhin per Lautsprecherdurchsage angezeigt werden. Beide Beschlüsse wurden einstimmig gefasst.

Dass die Bahn ihre für den Zugbetrieb nicht mehr benötigte Immobilie loswerden möchte, hat in der Stadtpolitik für Unmut gesorgt: Schließlich hat die Kreisstadt bei der umfangreichen Sanierung und Neugestaltung von Bahnhofsvorplatz, Gebäude und Unterführung für insgesamt sechs verschiedene Projekte 5,8 Millionen Euro locker gemacht.

Die Dampflok pfeift

Die Resolution, die per Dringlichkeitsantrag noch mit Zwei-Drittel-Mehrheit auf die Tagesordnung gehievt wurde, fordert deshalb eine Einbindung der Stadt in Verkauf und Nachnutzung.

Bürgermeister Thomas Fehling hatte gleich nach Bekanntwerden der Veräußerungsabsichten das Interesse an einem Erwerb durch die Stadt bekundet, falls sich kein privater Investor finde.

Mit Erinnerungen an alte Western-Filme, in denen sich die einfahrende Dampflok stets durch lautes Pfeifen bemerkbar machte, begann Michael Bock (NBL) die Begründung des Antrags seiner Fraktion zu den Lautsprecherdurchsagen.

Gedränge auf den Bahnsteigen zu Stoßzeiten und die Konzentration aufs Smartphone bei vielen jungen Leuten erhöhen nicht nur in seinen Augen die Unfallgefahr, wenn Züge ohne vorherige Warnung den Bahnhof durchfahren.

Die bisherige doppelte, automatisierte Durchsage war vor einigen Wochen eingestellt worden. Allerdings ertönt nun mitunter die Warnung „Achtung, Zugebetrieb!“

Der ebenfalls einmütig beschlossene Appell fordert die Bahn zur Rückkehr zu den bislang üblichen Hinweisen auf.

Von Karl Schönholtz

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