Unternehmer Friedrich Krumme stiftet der Stadt Bad Hersfeld wertvollen Z22-Rechner

Zuse-Rechner kehrt heim

Bürgermeister Thomas Fehling, FDP-Stadtverordneter Hans-Heinrich Jäger und Susanne Krumme (von links) freuen sich über die neue Bad Hersfelder Attraktion, den Zuse-Z22-Rechner. Foto:Spanel

Bad Hersfeld. Bad Hersfeld ist bis Ende des Jahres um eine kulturelle Attraktion reicher: Symbolisch überreichte der Unternehmer Friedrich Krumme gestern im geschichtsträchtigen Ambiente des Bad Hersfelder Museums einen original Zuse-Z22-Rechner.

„Damit geht ein langgehegter Wunsch der Stadt Bad Hersfeld endlich in Erfüllung“, freute sich Bürgermeister Thomas Fehling, der die großzügige Spende entgegennahm. „Ich bin Friedrich Krumme und allen Beteiligten zu großem Dank verpflichtet.“

Überzeugungsarbeit

Doch bis der historische Zuse-Rechner, der aller Wahrscheinlichkeit nach sogar in Bad Hersfeld gefertigt wurde, wieder in der Kurstadt angekommen war, mussten einige Hürden genommen werden. Über allerlei Umwege wurde der letzte Besitzer Hubert Lehmann in Bad Salzschlürf kontaktiert, der aber verstarb, bevor er in die Verhandlungen eintreten konnte. Bei seiner Witwe Bärbel Lehmann musste nun beinahe ein Jahr lang bei vielen Telefonaten und persönlichen Gesprächen Überzeugungsarbeit geleistet werden, ehe sie sich dazu entschied, das wertvolle Stück nach Bad Hersfeld und nicht an so namenhafte Konkurrenten wie das Deutsche Museum in Berlin oder das Münchner Technik-Museum zu geben.

Weitaus schneller traf dann Friedrich Krumme die Entscheidung, einen finanziellen Rahmen für das Projekt zu schaffen. Das ist für ihn, der sich mit der Stadt Bad Hersfeld sehr verbunden fühlt, Ehrensache: „Ich möchte zum Wohle der Stadt handeln, und der Besitz des vermutlich einzigen noch funktionstüchtigen Z22-Rechners weltweit ist eine gigantische Chance für Hersfeld.“

Ideeller Wert

Der Wert des Zuse-Z22 lässt sich auch nicht allein durch Zahlen beziffern. Vor allem für Bad Hersfeld als Industriestandort hat er einen hohen ideellen Wert.

In einer kurzen Ansprache führte Hans-Heinrich Jäger vom Förderkreis Museum aus, dass mit dem prestigeträchtigen Ausstellungsstück auch die Erinnerung an die Mitarbeiter der alteingesessenen Bad Hersfelder Industriebetriebe aufrecht erhalten würde. Schließlich gäbe es bislang weder hier noch in den umliegenden Gemeinden eine Zuse-Begegnungsstätte. „Mit dem Rechner erhalten endlich auch die Zusianer eine Heimat in Bad Hersfeld.“

Stellplatz gesucht

Vorläufig steht allerdings statt des Röhrenrechners noch eine Grafik im Bad Hersfelder Museum. Das Original wird im Laufe der nächsten Monate mit hohem technischen und finanziellen Aufwand aus Bad Salzschlürf überführt. Ein endgültiger Platz für das Schmuckstück ist auch noch nicht gefunden. Angedacht ist aber die Errichtung eines eigenen Industrie-Museums.

Von Emily Spanel

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