13 Millionen-Euro-Projekt mit 68 Wohnungen am Rande der Bad Hersfelder Innenstadt

Zuse-Höfe statt Verfall

Problemfall: Viele Ideen für den Gebäudekomplex an der Wehneberger Straße scheiterten an der problematischen Zufahrt. Jetzt scheint eine Lösung in Sicht. Foto: Archiv/ks

Bad Hersfeld. Der Bauantrag ist gestellt, die Abbruchgenehmigung bereits erteilt: Der baufällige Gebäudekomplex an der Ecke Wehneberger Straße/Knottengasse in Bad Hersfeld wird schon bald einer Wohnanlage weichen, die den Namen „Zuse-Höfe“ trägt.

Der Bezug zum Computervater ist belegt: Konrad Zuse ließ hier in den späten 50er Jahren seine ersten Rechner fertigen. Zuvor war in dem aus dem 19. Jahrhundert stammenden Fachwerkgebäude die Tuchfabrik Rehn ansässig.

Ein Teil der denkmalgeschützten Scheune wird denn auch stehenbleiben, wenn ab Mitte Februar 2015 die Abrissbagger kommen. Doch der ganze Rest des Ensembles einschließlich des prominenten Schornsteins wird verschwinden.

Problematische Anbindung

68 Wohnungen in zwei Häusern plant der neue Eigentümer des Areals, die ISB Projekt GmbH, die auch schon die Stadtvillen am Schilde-Park errichten ließ. Architekt hier wie dort ist das Büro Dorbritz.

Mit dem 13 Millionen-Euro-Projekt endet eine lange Vorgeschichte zur weiteren Nutzung des Komplexes. Weder die unter Ex-Bürgermeister Hartmut H. Boehmer ins Auge gefasste Kinder-Disco ließ sich hier verwirklichen noch der Bau einen Einkaufsmarktes.

Nicht zuletzt stand die problematische Zu- und Abfahrt über die hochfrequentierte Wehneberger Straße allen Ideen im Wege. So verfiel die Immobilie immer mehr, zuletzt war sogar das Betreten der Scheune verboten: Lebensgefahr, weil einsturzgefährdet.

Für das Vorhaben der ISB scheint es dagegen großes Interesse zu geben. „Wir haben bereits mehr als 50 Anfragen, nicht nur aus der Stadt sondern auch aus Nachbargemeinden“, berichtet Christoph Werth, Geschäftsführer des Projektentwicklers aus Bad Hersfeld.

Bis zum Sommer 2016 soll die Wohnanlage fertig sein, die Einheiten zwischen 55 und 180 Quadratmetern bietet. Behindertengerecht sind sie, über Aufzug erreichbar und auf Wunsch mit Pkw-Stellplatz in der Tiefgarage. Eine Sauna und ein Fitnessraum sind vorgesehen, auch wäre Platz für einen Arzt oder einen Friseur.

Nutzung noch offen

Einen Gemeinschaftsraum wird es geben, den die Bewohner beispielsweise für Familienfeiern nutzen können. Geheizt wird mit Gas, unterstützt von Solarthermie. „Wir legen auch Wert auf den Schallschutz“, sagt Werth, denn der Stadtring ist nicht fern.

Das Überbleibsel der ehemaligen Fabrik wird ebenfalls saniert, über die Nutzung muss jedoch noch entschieden werden. Laut Werth ist die ISB mit Dienstleistern aus dem Pflegebereich im Gespräch.

Jetzt fehlt nur noch die Baugenehmigung. „Da wir mit der Stadt alles abgesprochen und abgestimmt haben, gehen wir davon aus, dass sie zügig erteilt werden wird,“ ist Christoph Werth in diesem Punkt zuversichtlich. Kontakt: www.isb-gmbh.com Telefon 06621/4092426

Von Karl Schönholtz

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