Politisches Hickhack um 10 000 Euro für AfM-Konzert zum Hersfelder Stadtjubiläum

Zuschuss in der Schwebe

Beethoven zum Stadtjubiläum: Die Virtuosi Brunensis und der Festspielchor spielen und singen am Sonntag in der Stiftsruine die 9. Sinfonie mit der Ode „An die Freude“. Über einen städtischen Zuschuss für das Konzert wird allerdings noch gestritten. Foto: nh

Bad Hersfeld. Einen Zuschuss von 10 000 Euro sollte der Arbeitskreis für Musik (AfM) für eine Konzertveranstaltung anlässlich das 1275-jährigen Jubiläums der Stadt Bad Hersfeld erhalten. Darüber gibt es jetzt politisches Hickhack zwischen Bürgermeister Thomas Fehling (FDP) und Vertretern der Stadtverordnetenversammlung.

Die Stadtparlamentarier hatten die Finanzspritze vor der Sommerpause mit Mehrheit beschlossen, dabei allerdings großzügig darüber hinweggesehen, dass überplanmäßige Ausgaben – also Geld, das nicht schon im Haushalt veranschlagt ist –, bestimmten formalen Kriterien genügen müssen. Unvorhersehbar und/oder unabweisbar muss eine solche Ausgabe nach Paragraph 100 der Hessischen Gemeindeordnung sein.

Im Fall des für den kommenden Sonntag, 21. August, in der Stiftsruine geplanten Konzertes mit den Virtuosi Brunensis, die Beethovens 9. Sinfonie spielen werden, waren diese Voraussetzungen nicht gegeben: der Termin stand schon seit langem im Jahresprogramm des AfM.

Keine Lösung gefunden

Konsequenterweise hatte der Bürgermeister den Parlamentsbeschluss aus formalen Gründen beanstandet. „Wir hatten anschließend eine andere Lösung angestrebt, die sich so allerdings nicht durchführen lässt, weil wir auch hier rechtliche Probleme bekommen hätten. Ich habe versucht, eine pragmatische Lösung zu finden, was allerdings in der Konstellation nicht funktionierte,“ erklärte Fehling auf Anfrage unserer Zeitung, nachdem am Montagabend im Magistrat ein weiteter Versuch gescheitert war, die Kuh vom Eis zum bekommen.

Da half es auch nichts, dass der SPD-Stadtverordnete und Vorsitzende des Kulturausschusses, Dr. Thomas Handke, in einer Pressemitteilung auf die inhaltliche Zustimmung des Parlaments zum Zuschuss verwiesen hatte. Bürgermeister Fehling sieht jetzt wieder die Stadtverordneten am Zug.

Keine Rückmeldung

Ohnehin ist Fehling derzeit wenig geneigt, sich für eine Unterstützung des AfM zu engagieren. Des Bürgermeisters bereits im Frühjahr übermittelten Vorschläge, das immer wieder problematische Verhältnis zwischen den städtischen Festspielen und der vom AfM veranstalteten Oper in der Stiftsruine zu entspannen und eine Kooperation beider Kulturträger in die Wege zu leiten, blieben bislang ohne Rückmeldung.

Aus AfM-Kreisen verlautete mittlerweile, dass das Kuratorium die Einladung Dr. Handkes zur nächsten Sitzung des Kulturausschusses angenommen habe.

Von Karl Schönholtz

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