Festspielintendant wirbt bei Ruinen-Freunden für Veränderungen

Wedel: 100 000 Zuschauer sind das Ziel

Exklusive Einblicke: Dieter Wedel (Mitte) führte die Freunde der Stiftsruine über die Bühne der Festspiele. Foto: Landsiedel

Bad Hersfeld. „Die Bad Hersfelder Festspiele werden zu wenig wahrgenommen, das müssen und das werden wir ändern“, bekräftigte Intendant Dr. Dieter Wedel am Freitagabend vor den Mitgliedern der „Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine“.

„Als ich seinerzeit in Worms anfing, sagte ich, dass wir bekannter werden müssen als die Bad Hersfelder Festspiele. Heute sage ich, wir müssen bekannter werden als Worms“, fuhr Wedel fort und gab auch gleich eine Zielmarke vor: „In diesem Jahr müssen wir über 100 000 Menschen in die Ruine locken“. Im Zusammenhang mit dem von einigen kritisierten Eventcharakter der Festspiele machte er eine klare Ansage: „Wer Angst hat zu feiern, der sollte keine Festspiele veranstalten“.

Auf Einladung von Helgo Hahn war Dieter Wedel in den Kapitelsaal des Museums gekommen, um den Ruinenfreunden seine Ideen und Vorstellungen zu den Festspielen zu präsentieren und die ein oder andere Frage zu beantworten. Vor Beginn der Veranstaltung hatte es für die sogenannten „Fördermitglieder“ noch eine kurze aber exklusive Führung über die „wohl schönste Bühne der Welt“ gegeben. Gut eineinhalb Stunden gewährte Wedel interessante Einblicke hinter die Kulissen und warb für die aus seiner Sicht notwendigen Veränderungen: „Die Festspiele werden in der Stadt ganz anders als von außerhalb wahrgenommen“. Als Beispiel nannte er die neue Tribüne -„die alten Sitzreihen waren verdammt unbequem“ und die Einführung einer Pause im „Foyer im Grünen“. Gefragt nach seinen Wünschen für zukünftige Projekte nannte Wedel neben einem Stück über Martin Luther noch Schillers „Wallenstein“ und Kleists „Michael Kohlhaas“. Ganz klar bekannte er sich unter lebhaftem Beifall zum „großen Schauspiel“: „Für Musical allein bekommen die Festspiele keine Subventionen“.

Von Thomas Landsiedel

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