„Alles Strauß“: Chorverein veranstaltete 14. Operettengala in der Stadthalle

Zusammenspiel virtuos

Unter der Leitung von Helgo Hahn spielte das Johann-Strauß-Orchester Frankfurt Walzer- und Operetten-Glanzstücke aus dem Werk des Wiener Komponisten. Startenor Stefan Schautz (Foto) begeisterte ebenso wie Mezzosopranisten Susanne Schimmack. Foto: ast

Bad Hersfeld. Die Operette ist ein musikalisches Bühnenwerk, das seit dem 19. Jahrhundert nicht seine Bedeutung verloren hat. Insbesondere durch Strauss Vater und Sohn war die Operette eine leichte, eingängige Musik in einer heiteren oder sentimentalen Handlung. Über die Jahrhunderte hinweg hat die Operette ihr Publikum gefunden. So nahm es nicht wunder, dass sich der Chorverein Bad Hersfeld auch bei der 14. Operettengala, auch in diesem Jahr wieder präsentiert von der Hersfelder Zeitung, in einer ausverkauften Stadthalle Bad Hersfeld über den Zuspruch eines meist älteren Publikums freuen konnte.

Kultur für die Region

Der Chorverein versteht sich mit seinem hohen künstlerischen Niveau als Kultureinrichtung aus der Region für die Region. Zuschauerin Annerose Schuster aus Bosserode: „Ich war zum ersten Mal bei der Gala und bin von der Qualität, ob Orchester, Solisten, Bühnendekoration, aber auch von dem Hersfelder Publikum schwer begeistert. Der Abend war ein Highlight.“

Unter der Stabführung von Helgo Hahn spielte das Johann Strauss Orchester Frankfurt die schönsten und bekanntesten Kompositionen des Walzerkönigs Johann Strauss Sohn. Das Orchester als Spezialist der leichten Musik setzt sich zusammen aus Instrumentalisten der Klangkörper des Hessischen Rundfunks und der Opernhäuser Frankfurt am Main, Darmstadt und Wiesbaden.

Die musikalische Qualität des Orchesters kam bei den Ouvertüren zu „Eine Nacht in Venedig“ und „Die Fledermaus“, bei den schnellen Polkas sowie bei den Walzern „An der schönen blauen Donau“ und dem „Kaiserwalzer“ in bestechender Form zum Ausdruck.

In seiner gekonnt charmanten Art führte hr4- und Fernsehmoderator Dieter Voss humorvoll mit Geschichtchen zu Johann Strauss und seinen Werken durch das Programm. In besonderer Weise wies er auf die von großem Idealismus und Leidenschaft geprägte Arbeit des Dirigenten Helgo Hahn, der seit vielen Jahren die kulturelle Landschaft in der Lullusstadt prägt, hin. Dieter Voss hob auch das Engagement der Kreisstadt Bad Hersfeld und der HZ Hersfelder Zeitung hervor. Ohne deren finanzielle Unterstützung hätten die Eintrittspreise nicht so moderat gestaltet werden können.

Glückliches Händchen

Mit der Verpflichtung der Solisten Susanne Schimmack und Stefan Schautz hatte der Chorverein Bad Hersfeld ein glückliches Händchen.

Susanne Schimmack, schon mit internationalen Preisen ausgezeichnet, ist dem Hersfelder Publikum keine Unbekannte. Mit ihrem lyrischen Mezzosopran und ihrer darstellerischen Außergewöhnlichkeit begeisterte sie in gekonnter Weise bei „Oh habet acht“ aus dem „Zigeunerbaron“ oder mit facettenreicher Mimik beim „Schwipslied“ aus „Eine Nacht in Venedig“.

Startenor Stefan Schautz von der Staatsoperette Dresden sang zum ersten Mal in Bad Hersfeld. Mit großartiger Bühnenpräsenz interpretierte Schautz das „Gondellied“ aus „Eine Nacht in Venedig“ und aus der „Zigeunerbaron“ die Arie „Ja - das alles auf Ehr“.

Zu den Höhepunkten des Neujahrskonzerts 2014 zählten die Duette von Susanne Schimmack und Stefan Schautz. Moderator Dieter Voss: „Die beiden passen nicht nur stimmlich gut zusammen. Ihr Zusammenspiel ist auch virtuos.“

Man muss kein Prophet sein, um beim Neujahrskonzert 2015 wieder eine ausverkaufte Stadthalle Bad Hersfeld anzukündigen. (ast)

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