Bürgerinitiativen treffen sich in Sachsen-Anhalt – scharfe Kritik an hessischer Umweltministerin

Zusammenschluss für saubere Werra

Hersfeld-Rotenburg. Ein gemeinsames Strategietreffen von Bürgerinitiativen, die sich an Werra und Weser sowie anderen K+S-Standorten mit der Entsorgungsstrategie des Unternehmens kritisch auseinandersetzen findet am 19. Oktober auf dem Schloss Heinrichshorst in Sachsen-Anhalt statt. Das kündigt Klaus Reinhardt, Vorsitzender der Bürgerinitiative (BI) „Für ein lebenswertes Werratal“ an.

„Gemeinsam für einen umweltverträglichen Kalibergbau in Deutschland“ ist der Leitfaden für dieses Treffen, an dem auch Bergbaufachleute und Vertreter von Umweltverbänden teilnehmen.

Angesichts des von der hessischen Landesregierung und K+S neuerlich vorgestellten Vier-Phasen-Planes zur so genannten „dauerhaften Lösung der Salzwasserproblematik an Werra und Weser“ gewinnt dieses Treffen an Brisanz, betont Reinhardt. Schon jetzt zeichnet sich unter den Bürgerinitiativen eine starke Bewegung gegen diesen „Sechzigjahrplan“ ab.

Grüne Ministerin kapituliert

„Es ist schon erstaunlich, dass eine grüne Umweltministerin, die bisher immer für eine grüne Zukunft eingetreten ist, kapituliert vor wirtschaftlichen Interessen eines Konzerns wie K+S und damit den Grund- und Trinkwasserschutz, den Landschafts- und Artenschutz und einen nachhaltigen Ressourcenschutz aufs Spiel setzt“, findet der Vorsitzende der BI.

Sie pokere dabei sehr hoch und gefährde über 4000 Arbeitsplätze, weil sie alle Warnungen von Fachleuten in den Wind schlage und zum Beispiel mit der weiteren Verpressung von Kalilauge riskiere, dass die letzten Trinkwasservorkommen im Werratal unbrauchbar werden.

Weiterhin negiere sie, so Klaus Reinhardt, dass der Konzern K+S anders als in Indien, Spanien und Kanada sich nach wie vor weigere, auch in Deutschland nachhaltige Technologien für eine abstoßfreie Produktion anzuwenden. „Dabei erscheint ihre Beteuerung, dass Arbeitsplätze und Umwelt nicht länger gegeneinander ausgespielt werden dürfen, als blanker Hohn“, meint Reinhardt.

„Für uns als Bürgerinitiativen ist es auch völlig inakzeptabel, dass diese Vereinbarung ohne parlamentarische Beteiligung und ohne Einbeziehung der Anrainerländer verabschiedet werden soll. Es ist anzunehmen, dass hier kurzfristig Tatsachen geschaffen werden, bevor das Gutachten des Bundesumweltamtes in Hinblick auf eine abstoßfreie Kaliproduktion Alternativen bieten könnte, die der K+S - Konzernstrategie, bis zum Ende der Kaliproduktion so weiter zu entsorgen, entgegenlaufen“, befürchtet er.

Gegen diese Strategie wollten die Bürgerinitiativen auch zukünftig gemeinsam mit allen Betroffenen vorgehen und dazu ihre Kräfte für eine nachhaltige und umweltverträgliche Kaliproduktion bündeln. (red/zac)

Kommentare