Jimmy Kelly & Band begeistern mit ihrem Programm „My Hometown“ in Bad Hersfeld

Zurück zu den Wurzeln

Eine kleine Bühne ermöglicht den hautnahen Kontakt zum Künstler. Direkt ins Herz ohne Distanz – unmittelbar! Ein wirkliches Konzerterlebnis. Fotos: Schmidl

Bad Hersfeld. Getroffen haben sie sich da, wo einst die beispiellose Karriere der „Kelly-Family“ begann: auf der Straße. Hier kamen sich der Kelly-Spross Jimmy und drei ebenfalls hochbegabte

Straßenmusiker bei dem ausgewählten Standplatz in die Quere. Ein Zufall, der sich als Glücksfall entpuppte.

Seit einem Jahr touren Jimmy Kelly und seine Bandmitglieder Bärbel Ehlert (Fiddle), Philip Kees (Gitarre) und Janusch Hallema (Kontrabass) gemeinsam durchs Land.

Viele Fans der ersten Stunde, die teilweise seit über zwei Jahrzehnten ungezählte Konzerte der „Kellys“ besuchen, trotzen Schnee und Eis, um auch bei dem Folkabend im Bootshaus dabei zu sein. Sie vermissen Jimmys Ehefrau und Bandmitglied Meike ganz besonders, die an diesem Abend krankheitsbedingt nicht auf der Bühne stehen kann.

Der guten Stimmung und der Begeisterung für ihren Jimmy tut das allerdings keinen Abbruch. Von der kleinen Bühne direkt zu den Menschen - so spüren alle die wahre Liebe des Musikers zu seiner Musik.

Handgemachte Musik

Das Programm „My Hometown“ begeistert mit handgemachter Musik und ist eine klangvolle Mischung aus Irish und American Folk, Country, Slow-Folk-Balladen und rasanten Jigs. Jimmy Kelly versucht nicht, sich den aktuellen Trends zu unterwerfen, sondern achtet sehr genau darauf, die eigenen Wurzeln bzw. die Wurzeln der Musik nicht zu vergessen.

Sympathisch und locker erzählt er von den Wurzeln seiner Familie in Irland, wo er selbst sieben Jahre in Dublin gelebt hat, wo sein Vater Dan begraben wurde und noch immer ein Familienhaus erhalten wird. Während er seine fünf Schwestern und sechs Brüder nur am Rande erwähnt, redet er sehr offen über die Jahre anhaltende Alkoholsucht seines Vaters und seine „Kämpfe“ mit ihm als Teenager. „Ich war in meiner Jugend ein bisschen verrückt“, grinst der 39-jährige, inzwischen Vater von zwei Töchtern.

Absolut authentisch

Jimmy, der als Mitglied der neunköpfigen „Kelly-Family“ in den größten Hallen und Fußballstadien in ganz Europa, Brasilien, Südafrika und sogar in China Millionen kreischende Teenies und Kreislauf-geschwächte Muttis in den kollektiven Wahnsinn trieb, wirkt befreit und absolut authentisch.

Mit seinem vollkommen gelungenen Rundumschlag des traditionellen World-Folk, den Jimmy und seine vierköpfige Band mit einem eigens entwickelten, mitreißenden Sound präsentieren, hat er auch sein musikalisches Zuhause gefunden. „Rock Island Line“, „Old Dan Tucker“ oder „Ojos Negros“ sind nur einige bejubelte Songs des Programms, die auch auf der gerade erschienenen CD „The Hometown Sessions“ zu hören sind.

Erinnerungen

Erinnerungen an die guten, alten „Kelly-Zeiten“ werden wach bei „Good Neighbour“ und „Wearing of the green“, bei denen die Stimmung im Bootshaus restlos überschwappt. Als Zugabe singt Jimmy seinen Hit „Cover the road“ mit großer Intensität.

Von Gudrun Schmidl

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