KAI A. STRUTHOFF über die Haushaltsdebatte

Halbvoll? Halbleer?

Bad Hersfeld. Einstimmig, aber nicht ganz einhellig hat der Kreistag den Haushalt 2012 beschlossen. In der Bewertung, ob das Defizit von 9,3 Millionen nur Grund zur Sorge oder gar zur Verzweiflung ist, war das Parlament gespalten.

Und so konnte sich der Kreistag auch nicht zu einer der wenigen überhaupt möglichen Einsparungen – dem sukzessiven, also ohne Kündigungen vorgenommenen, Auslagern der Reinigungsarbeiten – durchringen. Da stand das soziale Gewissen dem womöglich effektiveren Wirtschaften privater Unternehmen gegenüber.

Das Haushaltsproblem wäre dadurch ohnehin nicht gelöst, sondern nur gemildert worden. So wird nun weiter über den Verkauf der Freizeiteinrichtungen des Kreises diskutiert, obwohl auch dabei keine Goldmine zu erschließen ist.

Ist das Glas nun halb-voll oder halb-leer? Die Antwort liegt wohl an der politischen Brille des Betrachters. Immerhin ist unser Kreis offenbar noch stark genug – und darf deshalb nicht unter den finanziellen Rettungsschirm des Landes schlüpfen. Ein schwacher Trost.

struthoff@hersfelder-zeitung.de

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