Zuhören und mittragen

Klinikpfarrer Volker Drewes geht in den Ruhestand

Wichtige Begriffe: Um Wärme und die Seele der Menschen aller Generationen geht es Pfarrer Volker Drewes, Klinikseelsorger in Bad Hersfeld und zuständig für Circus- und Schaustellerseelsorge. Er geht jetzt in den Ruhestand. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Dankbarkeit ist ein wichtiges Wort für Pfarrer Volker Drewes, wenn er an die fast 25 Jahre in Bad Hersfeld denkt. Der Klinikpfarrer wird morgen, am 13. November, mit einem Gottesdienst in der Vitalisklinik, der um 16 Uhr beginnt, in den Ruhestand verabschiedet.

„Bad Hersfeld war ein Glückstreffer für mich. Das waren die besten 25 Jahre meines Lebens“, sagt Drewes und strahlt. Als Seelsorger mit Menschen zu arbeiten und ihnen etwas von der Liebe Gottes zu zeigen, die gerade in schwierigen Situationen gebraucht wird, war für ihn immer der Schwerpunkt seiner Arbeit. „Menschen in Extremsituationen zu begleiten hat mich besonders gereizt“, sagt Volker Drewes. Dazu gehören, gerade in Krankenhäusern, schwere Krankheiten und der Tod.

Vertrauen aufbauen

„Man muss ja innerhalb kürzester Zeit ein Vertrauensverhältnis mit fremden Menschen aufbauen“, erklärt Drewes. Und das müsse noch intensiver sein, wenn es um den letzten Weg gehe. Für dieses Vertrauen, das ihm immer wieder geschenkt wurde, ist er dankbar. „Ich stelle mich sehr auf die Situation des Menschen ein und höre erst mal nur zu“, erläutert er. „Das ist eine Form des Mitschwingens. Wenn ich mitschwinge, kann ich den anderen gleichzeitig tragen.“

Die Klinikseelsorge war jedoch nicht das einzige Arbeitsgebiet von Pfarrer Drewes. Er ist überdies seit 1996 Beauftragter für Circus- und Schaustellerseelsorge der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Mit bunten, fröhlichen Leben auf den Rummelplätzen und den Menschen, die dafür arbeiten, dass andere Spaß haben können, hat ihn schon immer eine besondere Liebe verbunden. Für sie war er gerne im ganzen Land unterwegs, um Paare zu verheiraten, Kinder zu taufen, Konfirmation zu feiern, Gespräche zu führen oder auch Trauerfeiern zu halten.

Zeit für Zauberei

Diese Arbeit will Drewes auch nach seinem Ruhestand ehrenamtlich weiterführen. Und er freut sich darauf, sich endlich ein bisschen mehr um seine Zauberei kümmern zu können. Denn Drewes beherrscht nicht nur die Kunst des Zuhörens und Trost spendens, sondern auch die der Illusion.

Weitere Ehrenämter, wie das des Regionalsprechers der Klinik- und Altenheimseelsorger des Sprengels Hersfeld, oder im Kirchenkreis wird er dagegen im Februar mit dem offiziellen Beginn des Ruhestands aufgeben.

Es ist ihm ein Anliegen deutlich zu machen, dass die Krankenhaus und Altenheimseelsorge ein wichtiger Bestandteil der gesamtkirchlichen Aufgaben ist und auch bleiben sollte. Dabei ging es Drewes immer auch um die Mitarbeiter, die zum Beispiel durch die Schließung des Elisabethkrankenhauses oder das Auf und Ab der Vitalisklinik stark belastet waren. Er wünscht sich, dass die Vitalisklinik losgelöst von politischen Querelen weiterarbeiten darf. „Sie trägt nämlich mehr zur kontinuierlichen positiven Darstellung Bad Hersfelds in der Bundesrepublik bei als unsere Festspiele, die lediglich einen Eventcharakter haben, meint Drewes.

Von Christine Zacharias

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